Erdbeeren pflanzen: Das ist zu beachten

Erdbeeren pflanzen garten

Botaniker und Gärtner oder Gartenfreunde haben ab und zu unterschiedliche Ansichten zu bestimmten Pflanzen. So etwa zur Erdnuss, die vor allem geröstet und gesalzen ein wunderbarer Snack für gemütliche Fernsehabende darstellt und augenscheinlich eben eine Nuss ist. Der Botaniker sieht dies anders. Für ihn ist die Erdnuss eine Hülsenfrucht, also eigentlich eine Bohnenart.

Ähnlich verhält es sich mit der Erdbeere, die ihrem Namen und auch ihrem Augenschein nach eine Beere ist. Wieder falsch, die Erdbeere gehört zu den Nüssen, im Gegensatz zur Erdnuss.


Die biologisch richtige Einteilung beider Pflanzen erfolgte erst nach der praktischen Erprobung und Benennung der Arten durch den Menschen. Darum ist die Bohne eine Nuss und die Nuss eine Beere.

Hier geht es im Folgenden um die Nuss, die eine Erdbeere ist. Bezüglich Aussehen und Geschmack besitzen Erdbeeren im Reich der süßen Früchte nur wenig Konkurrenz und Erdbeeren besitzen gerade für Gärtner den Vorteil, dass sie sich im Großen und Ganzen als recht pflegeleicht erweisen. In Europa ist die kleine Walderdbeere schon seit der Steinzeit bekannt. Die heutige große Gartenerdbeere hat ihre Vorfahren in Chile. Mit der Entdeckung der neuen Welt kam also nicht nur die Kartoffel über den Atlantik, sondern ebenso die großfruchtige Erdbeere, die ihren letzten Schliff durch verschiedene Einkreuzungen im Holland des 18. Jahrhunderts erhielt.

Erdbeeren im eigenen Garten

Bevor es nun daran geht, ein Beet für die Erdbeeren vorzubereiten und die Pflanzen im Garten zu setzen, noch etwas zur Möglichkeit, Erdbeerpflanzen aus dem Samen selbst zu ziehen. Im Hinblick auf die doch sehr günstigen Preise für Erdbeerpflanzen in Gärtnereien mag der Aufwand vielleicht nicht unbedingt gerechtfertigt sein, aber die Freude, etwas aus einem Samenkorn selbst groß zu ziehen, ist doch immer wieder etwas Besonderes. Darum hier nun eine kurze Anleitung, wie Erdbeersamen zum Sprießen gebracht wird.

Die kleinen gelben Punkte auf einer Erdbeere sind ihre Samen (Nüsse). Davon besitzt eine reife Erdbeere etwa 100 Stück. Die Erdbeere wird halbiert und mit der Schnittfläche nach unten auf ein Stück Zeitungspapier gelegt. Nun müssen die zwei Erdbeerhälften austrocknen. Danach können die Samen eingesammelt und in einem dunklen und trockenen Gefäß aufbewahrt werden. Erdbeersamen keimen in der freien Natur etwa ab den Monaten Februar und März. Zu diesem Zeitpunkt können die eingesammelten Samen gleichermaßen zum Keimen gebracht werden. Dazu werden sie für etwa 4 bis 6 Stunden in Wasser eingelegt. In eine Saatschale wird magere Anzuchterde gefüllt und die vorgequollenen Samen ausgestreut. Auf die Samen kommt eine dünne Schicht, etwa 3 mm, weitere Anzuchterde.

Danach die Samenschale mit Wasser übersprühen und zuletzt eine Glasplatte oder Klarsichtfolie darüber legen. Das Saatgefäß sollte an einem hellen Ort, jedoch keine direkte Sonneneinstrahlung, stehen. Die beste Keimtemperatur beträgt rund 17 Grad. Je nach Erdbeersorte erfolgt die Keimung in einem Zeitraum von 2 bis 6 Wochen. Ab einer Wuchshöhe von 2 cm kann Düngesubstrat dazugegeben werden und bei einer Pflanzenhöhe von 4 bis 5 cm sind die Erdbeerpflanzen reif für die Umbettung in das Gartenbeet.

Erdbeerpflanzen aus der Gärtnerei

Wie und wann Erdbeeren im eigenen Garten angepflanzt werden, hängt von der Art der Pflanzen ab, die erworben wurden. In der Regel werden diese je nach ihrer Vorbereitung in drei Kategorien eingeteilt:

  1. die Erdbeergrünpflanze
  2. die Topfpflanze
  3. die Frigopflanze

Die Erdbeergrünpflanze ist der klassische Setzling aus der Gärtnerei, der von Ende Juli bis Ende September in das Beet kommt und dort überwintert. Erdbeergrünpflanzen werden erst dann in den Gärtnereien aus dem Boden geholt wenn sie verkauft werden und sollten vom Käufer ebenso unmittelbar im eigenen Garten gesetzt werden.

Ähnlich verhält es sich mit der Topfpflanze. Auch sie wird etwa ab Anfang Juli im Garten gesetzt und überwintert dort bis zum Frühling.

Die Frigopflanze stellt eine Besonderheit der modernen Gartenkultur dar. Wie der Name es schon erahnen lässt, handelt es sich dabei um einen Setzling, der sich im Kühlschlaf befindet. Die Jungpflanzen werden während der Wintermonate von der Mutterpflanze getrennt und bei 2 Grad Minus gelagert. Ihr Winterschlaf wird künstlich verlängert. Diese Erdbeerpflanzen können nach dem Auftauen von April bis August gesetzt werden und tragen noch im gleichen Jahr, nach etwa 9 Wochen, die ersten Früchte. So lässt sich die Erdbeeranpflanzung gestaffelt vornehmen und die Erntezeit verlängern. Gleichzeitig bilden Frigopflanzen ein kräftiges Wurzelwerk aus und gewährleisten ebenso für das folgende Jahr eine gute Ernte.

Das Beet vorbereiten

Erdbeeren bevorzugen nicht zu windige, halbschattige Lagen. Der Boden für das Erdbeerbeet sollte gut durchlüftet sein und möglichst keine Staunässe verursachen. Ideal ist ein leicht sandiger Lehmboden mit einem hohen Humusanteil. Zur Beetvorbereitung werden zuerst Unkraut sowie größere Steine entfernt und der Boden mit der Hacke aufgelockert. Wenn möglich, sollte Kompost untergemischt werden. Steht dieser nicht zur Verfügung, kann in jedes Pflanzloch ein organischer Dünger gegeben werden. Ist es zeitlich möglich, wäre es perfekt, wenn die Beetvorbereitung etwa 2 Wochen vor dem Setzen der Erdbeerpflanze erfolgt, damit der Boden sich setzen kann.

Die Erdbeerpflanzen setzen

Der Boden des Beetes sollte beim Setzen leicht feucht sein. Auch Sonneneinstrahlung ist während des Setzens zu vermeiden, um eine zu starke Verdunstung zu verhindern. Die Erdbeerpflanzen werden in Abständen von 25 bis 35 cm hintereinander gesetzt. Der Reihenabstand beträgt hierbei 60 bis 80 cm. Die Erdbeerpflanze wird tief in den Boden gesetzt. Der Wurzelballen ist vollständig von Erde bedeckt. Nun muss jede Pflanze einzeln gewässert werden.

Um die Pflanzen in den folgenden Wochen vor dem Austrocknen zu bewahren, ist ein gleichmäßig feuchter Boden notwendig. Ebenso ist es sinnvoll, um die Pflanzen eine Mulchschicht aus Stroh, Laub oder Rindenmulch zu legen, um der Verdunstung vorzubeugen.

Was gilt es noch zu beachten?

Ein Erdbeerbeet bietet, einmal angepflanzt, etwa für drei bis vier Jahre einen mit den Jahren abnehmenden Ernteertrag. Nach 4 Jahren ist es ratsam, für das Erdbeerbeet einen neuen Standort zu suchen, um dem Boden etwas Erholung zu gönnen.

Im ersten Jahr können die recht großen Abstände in den Pflanzreihen der Erdbeeren genützt werden, um darin andere Gartenfrüchte wie Zwiebeln, Radieschen, Spinat oder Gewürzkräuter zu ziehen.

Erdbeersorten

Hier noch eine kleine Übersicht der gängigsten Erdbeersorten und ihrer Haupteigenschaften:

  • Lambada: Sehr aromatisch und süß, jedoch relativ geringer Ernteertrag, Frühblüher.
  • Honeoye-Erdbeere: Tiefrote Erdbeere, etwas weniger süß, ebenso ein Frühblüher.
  • Mieze Schindler: Sehr kleine Erdbeere mit hoher Süße und Aroma.
  • Senga Sengana: Mittelgroße und sehr süße Früchte, hoher Ernteertrag und sehr widerstandsfähig, ideal zur Überwinterung.
  • Elsanta: Die typische „Supermarkt-Erdbeere“. Großer Ertrag, große Früchte, lange haltbar.

Ein Erdbeerbeet, wenn es die Anpflanzzeit hinter sich gebracht hat, ist bezüglich der Pflege relativ anspruchslos. Regelmäßig Wässern und Unkraut jäten genügt dann vollkommen, wobei sich manche Sorte fast selbst wie Unkraut aufführt und regelrecht wuchert, auch ohne besondere Pflege. Wenn dafür regelmäßig süße Früchte herausspringen, ist das eine Sorte Unkraut, die meist gerne gesehen ist.

Titelbild: © Alla Rudenko – Fotolia.com

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