Gartengestaltung

Nachhaltige Gartengestaltung: Ressourcen schonen, Kosten im Blick behalten

Nachhaltige Gartengestaltung: Ressourcen schonen, Kosten im Blick behalten
Ressourcen schonen, Kosten im Blick behalten | © Beenis / stock.adobe.com

Wer seinen Garten neu anlegen oder umgestalten möchte, steht heute vor anderen Fragen als noch vor einigen Jahren: Welche Pflanzen überstehen trockene Sommer? Wie lässt sich Regenwasser nutzen? Welche Materialien sind langlebig – und was kann im Garten bleiben, statt entsorgt zu werden?

Eine material- und umweltbewusste Gartengestaltung muss dabei weder aufwendig noch unattraktiv sein. Entscheidend ist eine Planung, die zum Grundstück, zum Boden und zu den Erwartungen der Nutzer*innen und Besitzer*innen passt. Fachbetriebe des Garten- und Landschaftsbaus können dabei unterstützen, Lösungen zu entwickeln, die Ressourcen schonen und den Pflegeaufwand langfristig begrenzen.

Vorhandenes weiterverwenden

Bei einer Umgestaltung lohnt sich zunächst ein Blick auf das, was bereits da ist. Natursteine, Betonplatten, Ziegel oder andere Baustoffe können häufig erneut verwendet werden – etwa für Wege, Mauern, Einfassungen oder Sitzplätze. „Viele Materialien entwickeln im Laufe der Zeit sogar eine schön anzusehende Patina, die als Design-Element genutzt werden kann“, erklärt Joana Gasper, Expertin im Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL) mit Sitz in Bad Honnef. „Wer vorhandene Baustoffe weiter nutzt, spart Rohstoffe, Transportwege, Energie und oft auch Kosten.“


Bei der Nutzung von Recyclingmaterial als Untergrundmaterial ist jedoch Vorsicht geboten. Ob eine Wiederverwendung beispielsweise als Schotter-Tragschicht-Material sinnvoll und rechtlich möglich ist, hängt von den örtlichen Gegebenheiten zur Nähe eines Wasserschutzgebietes sowie dem schadstofffreien Zustand ab. Auch die Frage, woher die verwendeten Materialien stammen, kann interessant sein: Naturstein aus regionalen Vorkommen hat in der Regel kürzere Transportwege hinter sich als weit gereiste Ware.

Pflanzen, die zum Standort passen

Besonders deutlich zeigt sich der Nutzen einer vorausschauenden Planung bei der Pflanzenauswahl. Längere Trockenperioden und zunehmende Hitze sorgen für Mehraufwand, denn sie belasten viele Pflanzen – vor allem dann, wenn die Standortbedingungen nicht berücksichtigt wurden. Standortgerecht gepflanzte Gehölze, Stauden und Gräser wachsen naturgemäß besser. Eine lebensraumtypische Pflanzung bietet darüber hinaus auch den Mehrwert, dass der Pflegeaufwand verringert wird. Voraussetzung ist, dass Boden, Licht, Platzangebot und Wasserhaushalt bei der Bepflanzung berücksichtigt werden.

„Die passende Pflanze am passenden Ort ist eine der wirksamsten Maßnahmen für einen pflegeleichten und widerstandsfähigen Garten“, sagt Joana Gasper. Robuste Pflanzen können außerdem Lebensraum und Nahrung für Insekten und andere Tiere bieten und haben weitere Vorteile. Auch kleine Flächen sind hier wirksam. So kann ein bepflanzter Vorgarten die biologische Vielfalt fördern, nimmt Regenwasser auf und kühlt das unmittelbare Wohnumfeld. Die BGL-Initiative „Rettet den Vorgarten!“ wirbt deshalb seit Jahren für begrünte, vielfältige Vorgärten anstelle von vollständig versiegelten oder stark geschotterten Flächen.

Wasser gezielt einsetzen

Zur nachhaltigen Gartengestaltung gehört auch ein bewusster Umgang mit Wasser. Regenwasser kann beispielsweise in Tonnen oder Zisternen gesammelt und für die Bewässerung genutzt werden. Eine durchdachte Bodenverbesserung, bodendeckende Stauden und Gräser und eine schützende Mulchschicht helfen zusätzlich dabei, Feuchtigkeit länger im Boden zu halten. Wer Pflanzen in den Morgen- oder Abendstunden gießt und das Wasser gezielt in den Wurzelbereich bringt, kann Verdunstungsverluste reduzieren. Bei größeren Gärten oder einzelnen, besonders wertvollen Gehölzen lässt sich zudem prüfen, ob eine automatische Bewässerung sinnvoll ist, die den tatsächlichen Bedarf berücksichtigt.

Bewusst entschieden von Anfang an

Für ein gutes Ergebnis ist vor allem der Anfang wichtig: Ein Garten, der dauerhaft funktioniert, sich mit vertretbarem Aufwand pflegen lässt und auch mit veränderten Wetterbedingungen langfristig zurechtkommt, steht und fällt mit seiner Planung. „Nachhaltigkeit im Privatgarten bedeutet nicht, auf Gestaltung, Komfort oder Ästhetik zu verzichten. Eher im Gegenteil: Ein nachhaltig angelegter Garten kann langfristig Kosten, Aufwand und Zeit sowie Wasser und Ressourcen sparen“, betont Joana Gasper.

Wer vorhandene Baustoffe nutzt, regionale und langlebige Materialien auswählt, Pflanzen standortgerecht einsetzt und Regenwasser clever nutzt, schafft einen Garten mit Wohlfühlcharakter sowohl für die Gartenbesitzer*innen als auch für die Umwelt. Impressionen zu verschiedensten Garten- und Nachhaltigkeitsthemen finden sich auf www.mein-traumgarten.de. Dort stehen auch Kontaktdaten zu qualifizierten Betrieben für Beratung und Bau von Privatgärten nach Postleitzahlen geordnet.

Quelle: BGL

Über den Autor

Dagmar Dittfeld

Seit über 10 Jahren ist Dagmar Dittfeld als Online-Redakteurin für Gartentipps.net aktiv. Auf dem Land aufgewachsen, weiß sie die Vorzüge eines Selbstversorger-Gartens auch heute noch zu schätzen. Ihre ganz besondere Leidenschaft gilt der Gestaltung von Garten, Balkon und Terrasse.

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Seit über 10 Jahren ist Dagmar Dittfeld als Online-Redakteurin für Gartentipps.net aktiv. Auf dem Land aufgewachsen, weiß sie die Vorzüge eines Selbstversorger-Gartens auch heute noch zu schätzen. Ihre ganz besondere Leidenschaft gilt der Gestaltung von Garten, Balkon und Terrasse.