Gartengestaltung

Die Früchte des Herbstes: Diese Gehölze verwöhnen Mensch und Tier

Die Früchte des Herbstes: Diese Gehölze verwöhnen Mensch und Tier
Gehölze verwöhnen Mensch und Tier | © Oleh Marchak / stock.adobe.com

Wenn sich der Sommer verabschiedet, beginnt im naturnahen Garten eine besonders wertvolle Zeit: Der Herbst bringt Farbe und Fülle, liefert aber zugleich wichtige Nahrungsquellen und Lebensräume für viele Tiere. Sträucher und Gehölze wie Felsenbirne (Amelanchier), Wildapfel (Malus sylvestris), Quitte (Cydonia oblonga), Schlehe (Prunus spinosa), Mispel (Mespilus germanica) oder Hagebutte (Rosa) zeigen im Herbst, wie eng Ästhetik und Ökologie zusammenhängen.

Ihre Früchte bieten Vögeln und Kleinsäugern bis weit in den Winter hinein energiereiche Nahrung. Zugleich leisten diese Pflanzen ganzjährig wichtige Beiträge zur Biodiversität: Ihre Blüten sind reich an Nektar und Pollen und damit schon im Frühjahr eine wertvolle Nahrungsquelle für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber. Mit ihrer Struktur bieten sie außerdem Schutz und Rückzugsräume; viele Vögel können in ihnen sichere Nistplätze finden. So wächst im Garten über das gesamte Jahr hinweg ein lebendiges System des Miteinanders.

„Tatsächlich sind die rund 17 Millionen Privatgärten in Deutschland ein wertvoller Schlüssel zur Förderung der Artenvielfalt“, erklärt Uschi App vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) e. V. „Zusammen nehmen sie eine Fläche von rund 900.000 Hektar ein – eine Größenordnung, die das enorme Potenzial privater Gärten für die Biodiversität deutlich macht. Denn wenn wir dieses Potenzial vielfältig und naturnah gestalten, können wir ganz konkret gegen das Artensterben wirken und widerstandsfähige, lebendige Ökosysteme direkt vor der Haustür schaffen.“


Nützlich und wertvoll

Auch für Gartenbesitzerinnen und -besitzer haben Wildgehölze einen hohen Mehrwert. Sie sind attraktiver Gartenschmuck mit intensiven Farben und abwechslungsreichen Strukturen und übernehmen darüber hinaus wichtige Funktionen. Als Hecken bieten sie Sicht- und Windschutz, verbessern das Mikroklima durch Schatten und Verdunstungskühle und tragen so zur Klimaanpassung im eigenen Garten bei. Zusätzlich liefern viele Arten essbare Früchte zum Genießen – frisch vom Strauch, als Obst für den Kuchen oder verarbeitet zu Marmeladen und Gelees aus Beeren, Quitten oder Wildobst.

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Neues Bewusstsein

Die Profis für Garten und Landschaft stellen ein wachsendes Bewusstsein für die Bedeutung einer vielfältigen Pflanzenauswahl fest. Immer mehr Gartenbesitzerinnen und -besitzer verstehen ihre Grünflächen als aktiven Bestandteil des Natur- und Klimaschutzes. So werden insbesondere Rasenflächen zu Blühwiesen umgestaltet oder Schotter-Vorgärten zurückgebaut und bepflanzt. Viele Stauden wirken im Sommer wie Insektenmagneten – und sind deshalb nützlich für alles, was Vögel und ihre Jungen brauchen. Uschi App: „Wir schneiden die Gräser und samentragenden Stauden nicht im Herbst, sondern erst nach dem Winter zurück, denn sie dienen den Vögeln als Winterfutter.

Außerdem überwintern in den Stängeln viele Insekten.“ Klar ist, je strukturreicher und vielfältiger ein Garten angelegt wird, desto größer ist sein ökologischer Nutzen: Heimische Gehölze, Blühpflanzen und Fruchtträger in Privatgärten fungieren als sogenannte Trittsteinbiotope. Sie verbinden Lebensräume miteinander und werden Teil eines größeren Netzwerks aus Stadtgrün, Wiesen und Waldflächen.

Mit Blick auf den bevorstehenden Herbst erläutert Uschi App, wie eng Genuss, Gestaltung und ökologische Verantwortung miteinander verbunden sein können, und ergänzt: „Der Herbst ist die beste Pflanzzeit. Der Boden ist noch warm vom Sommer und die Pflanzen wurzeln schnell ein. Gleichzeitig ist die Verdunstung und damit der Wasserbedarf geringer, sodass die Gehölze über den Winter gut Fuß fassen und im nächsten Frühjahr einen echten Wachstumsvorsprung haben.“ Weitere Informationen und Bilder zu verschiedensten Gartenthemen finden sich auf www.mein-traumgarten.de. Dort stehen auch die Kontaktdaten zu qualifizierten Betrieben für Beratung und Bau von Privatgärten.

Quelle: BGL

Über den Autor

Dagmar Dittfeld

Seit über 10 Jahren ist Dagmar Dittfeld als Online-Redakteurin für Gartentipps.net aktiv. Auf dem Land aufgewachsen, weiß sie die Vorzüge eines Selbstversorger-Gartens auch heute noch zu schätzen. Ihre ganz besondere Leidenschaft gilt der Gestaltung von Garten, Balkon und Terrasse.

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