Das Hochbeet – anlegen, befüllen und pflegen

Hochbeet anlegen

Wer sich in seinem Garten ein Hochbeet anlegt, befindet sich in guter Gesellschaft. Die hängenden Gärten der Semiramis, eines der sieben antiken Weltwunder, waren im Prinzip Hochbeete, nur etwas größer dimensioniert. Angeblich soll der babylonische König Nebukadnezar II vor rund 2500 Jahren die hängenden Gärten für seine Frau eingerichtet haben, um deren Sehnsucht nach der Pflanzenwelt ihrer Heimat zu stillen.

Damit ist bereits einer der Punkte angeschnitten, der das Besondere eines Hochbeetes beinhaltet. Obwohl sich ein Hochbeet am selben Ort wie die umgebende, bodenwachsende Flora befindet, kann mit ihm ein besonderes Wachstum erzeugt werden.


Was ist denn eigentlich ein Hochbeet?

Der Name ist Programm. Bei einem Hochbeet wird mittels eines breiten Rahmens ein Gartenbeet über dem Niveau des Gartenbodens angelegt, wobei es verschiedene Varianten davon gibt. Die häufigste Form des Hochbeets findet sich als ein rechteckiger Kasten, der sowohl unten wie oben offen ist. Die Höhe dieses Kastens variiert und liegt zwischen 50 cm und einem Meter Höhe, diesbezüglich bestehen keine exakten Vorgaben, wohl aber erlaubt eine dickere Schichtung des Erdreichs im Hochbeet eine bessere Wachstumskultur.

Der Kasten, dessen Seitenwände aus den unterschiedlichsten Materialien bestehen kann, wird auf den Gartenboden gestellt und befüllt. Es ist hierbei unerheblich, ob der Boden unter dem Hochbeet versiegelt, also etwa betoniert, oder Rasen ist.

Eine andere Möglichkeit ist das Anlegen eines Hochbeetes, ohne das dieses mit dem Gartenboden in Berührung kommt. Es ist in diesem Fall wie ein Tisch mit Seitenrahmen und vier Beinen ausgeführt. Diese Art des Hochbeetes kann sogar mit Rädern ausgestattet werden, sodass die darin befindlichen Pflanzen je nach Witterung an den bestmöglichen Platz gebracht werden können.

Was sind die Vorteile eines Hochbeetes?

  1. Ein Hochbeet bietet ein bequemes Arbeiten an. Hochbeete in Tischhöhe, etwa 80 cm bis 100 cm, erlauben das Anpflanzen und pflegen von Gemüse, Blumen oder Kräuter im Stehen.
  2. Hochbeete sind weit weniger anfällig für Unkraut, da sich die darin befindlichen Pflanzen über dem Bodenniveau und damit über dem Pollen- und Samenflug der bodennahen Gartenpflanzen befinden.
  3. Die Zusammensetzung der Erde in einem Hochbeet kann relativ präzise gesteuert und damit beispielsweise für bestimmte Pflanzen optimiert werden. Einige Nutz- und Zierpflanzen bevorzugen eher alkalische Böden, andere wiederum leicht saure Böden. In einem Hochbeet lässt sich dies problemlos beeinflussen.
  4. Hochbeete lassen sich sehr einfach gegen ungünstige Witterungseinflüsse schützen, so etwa durch die bereits erwähnte mobile Variante oder durch das Bedecken des Beetes. Darum werden Hochbeete auch als Frühbeete oder sogar als Wintergärten in Miniaturausführung verwendet.
  5. Ein Hochbeet erlaubt die wohl bestmögliche Wiederverwertung von Garten- und auch Küchenabfällen. So lassen sich zur Bodenbildung nicht nur Gartenabfälle wie Laub und kleingehäckselte Äste verwenden, sondern ebenso Eierschalen, die Schalen von Gemüse und Obst sowie gebrauchte Kaffeefilter aus Papier samt Inhalt, im Übrigen ist Kaffee ein ganz hervorragender Dünger.

Welche Materialien für das Hochbeet?

Die Möglichkeiten, das eigene Hochbeet herzustellen, sind so zahlreich, wie es verschiedene Materialien gibt, die sich zur Herstellung eines rechteckigen Kastens eignen. Das kann ein aus Ziegeln gemauertes oder sogar betoniertes Hochbeet sein, wobei hier darauf geachtet werden muss, dass das Wasser abfliesen kann. In Gärtnereien und Pflanzenzuchtbetrieben werden unter anderem Hochbeete aus Stahl verwendet, wobei sich diese in einem privaten Garten optisch nicht sehr vorteilhaft ausnehmen. Auch Kunststoffe werden zur Fertigung von Hochbeeten verwendet und der große Klassiker ist natürlich Holz. In den Baumärkten, offline und online, werden meist Stecksysteme aus tiefenimprägniertem Holz angeboten, die je nach Ausführung eine Veränderung der Höhe erlauben.

Wie ein Hochbeet befüllen?

Für die Schichtung des Bodens in einem Hochbeet ist es vorteilhaft, im Garten auch einen Kompostierer zu halten, in dem sich Garten- und Küchenabfälle zu Humus oder reifen Kompost verwandeln.

Wenn das Hochbeet aufgestellt ist und es befindet sich auf Rasenboden oder anderem unversiegelten Untergrund, muss zuerst mit einem Drahtgeflecht am Boden des Beetes dafür gesorgt werden, das keine Schädlinge wie Wühlmäuse von unten her eindringen können. Gleichzeitig sollten bei einem Hochbeet aus zusammengesteckten Holzbalken die Seiteninnenwände mit Folie ausgekleidet werden. Das Sickerwasser dringt sonst durch die Balkenritzen und hinterlässt unschöne Spuren.

Die nachfolgende Schichtung des Hochbeetes ist ein Beispiel, wie es befüllt werden könnte. Es bestehen noch viele andere Möglichkeiten. Diese Variante ist auf ein Hochbeet ausgelegt, das eine Seitenlänge von 100 cm und eine Höhe von 80 cm besitzt:

  1. Die unterste Schicht, direkt auf dem Drahtgeflecht, besteht aus einer 30 cm starken Lage Reisig.
  2. Auf das Reisig kommt eine Lage umgekehrter Rasensoden, etwa 5 cm dick. Wenn das Hochbeet auf dem Rasen angelegt wurde, können die zuvor ausgestochenen Soden dafür verwendet werden.
  3. Nun folgt eine Schicht, wiederum etwa 30 cm, Rohkompost, also noch nicht verrottete Garten- und Küchenabfälle.
  4. Die oberste Schicht besteht letztlich aus 30 cm reifem Kompost, bestem Humus, indem die verschiedenen Pflanzen gezüchtet werden.

Mit dieser Schichtung werden für die Pflanzen optimale Bedingungen gewährleistet. Das Reisig führt überschüssiges Wasser ab. Die Rasenssode hingegen verhindert durch die Speicherung von Wasser das Austrocknen des Beetes. Der Rohkompost wiederum liefert langsam den notwendigen Nachschub an Nährstoffen, die die Pflanzen für ihr Wachstum in der obersten Humusschicht verbrauchen. Ein derartig angelegtes Hochbeet benötigt keinerlei zusätzlichen Dünger, nur etwas Pflege und dann kann den Pflanzen beim Wachsen fast schon zugesehen werden.

Titelbild © Patrizia Tilly – Fotolia.com

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