Ein Rasen benötigt einiges an Pflege. Wer dafür keine Zeit hat oder schlichtweg keine Zeit aufbringen möchte, für den ist ein Gräsergarten vielleicht genau das richtige.
Der Rasen hat es derzeit als Gartenfläche nicht leicht. Wenn er ganzjährig gut aussehen soll, dann braucht er auch fast ganzjährig Pflege, muss gemäht, gedüngt, vertikutiert und in trockenen Sommern, wie sie der Klimawandel immer häufiger mit sich bringt, auch gewässert werden. Zu all diesen Arbeiten braucht es eine ausgeprägte Liebe zum akkurat gepflegten Grün, die in dieser Form immer weniger zu finden ist. Eher ist es so, dass die Liebe zu naturnahen Gartenräumen, zu Vielfalt in der Bepflanzung, zu wilderen Flächen, und vor allem zu weniger Müssen müssen, ein wachsendes Potenzial für lebendige Gärten schafft. Solche Gärten entziehen sich zwar der totalen Kontrolle ihrer Besitzer und entwickeln sogar leicht ein Eigenleben, schaffen dadurch aber auch neue (Er-)Lebensräume und erfreuliche Überraschungen.
Wer also das ökologisch langweilige Rasengras mit mehr Leben ersetzen will, pflanzt eine Wiese. Die Anspruchsvollen magern ihre Fläche ab – versprochen, das kann dauern! – und sät Jahr für Jahr Wildblumensaaten ein. Es sei gleich gesagt: Eine Wildblumenwiese, die nicht nur im ersten Jahr attraktiv sein soll, ist eine Aufgabe, die nicht selten in der Enttäuschung endet. Ganze Bücher wurden darüber verfasst und was wie die Blumenwiese aus dem Bilderbuch der Kindheit aussieht, ist alles andere als von selbst entstanden, sondern vielmehr eine Kunst für sich, die mit ein paar Päckchen Saatgut nicht zu bewerkstelligen ist. Womit wir wieder beim Müssen müssen wären, obwohl: Wer weniger ambitioniert ist, aber dennoch aus den verschiedensten Gründen eine Rasenfläche dauerhaft ersetzen möchte, der findet vielleicht im Sortiment der bodendeckenden Gräser eine gute Lösung.
Gräservielfalt für viele

Tatsächlich werden die Gräsergärten immer beliebter. Wer sich intensiver mit dieser Pflanzengruppe beschäftigt, staunt, wie vielfältig in Formen, Formaten, aber auch Farben das Sortiment ist. Von knapp über dem Boden wachsenden Gräserkissen bis zu meterhohen Arten und Sorten, die sich mit attraktiven Rispen schmücken, reicht die Auswahl.
Für kleine Flächen im Vorgarten sind immergrüne bodendeckende Gräser ideal und sie sind abgesehen von den ersten Wochen äußerst pflegeleicht. Wer in der Anfangszeit nach der Pflanzung im Frühjahr regelmäßig Unkräuter zupft, wird dauerhaft belohnt von einer naturnah anmutenden Pflanzfläche, die im Jahreslauf immer wieder andere Gartenstimmungen und Bilder erzeugt. Solche Gärten sehen ganzjährig attraktiv aus, lassen sich einfach für blühende Blickfänge mit Stauden und Zwiebelblumen ergänzen, und sie bieten ganz nebenbei Vögeln, Kleinsäugern und Insekten Rückzugsräume und Nahrung.
Einfache Gestaltungstipps
Wer den Gräsergarten nicht nur sehen, sondern auch hier und da betreten will – zum Beispiel, um zum Vogelhaus zu gelangen – legt praktische Trittsteine auf die Erde. So lässt sich auch einfacher Unkrautjäten. Solche Steine schaffen außerdem eine sanfte Trennung zwischen den verschiedenen Arten und Sorten und fallen schon nach kurzer Zeit überhaupt nicht mehr auf. Die Gräser werden sich schnell entwickeln und für eine geschlossene Bodendecke sorgen.
Was so wie der Ausschnitt einer natürlichen Graslandschaft aussieht, hat auch eine positive Wirkung auf die Ökologie des Bodens. Je dichter die Bepflanzung, umso weniger Erosion und Wasserabfluss. Beschattete Erde nimmt Regenwasser gut auf, reduziert die Verdunstung und hält den Boden länger feucht.
Spielen Sie mit Farben, Formen und Höhen

Ein gut gestaltetes Gräserbeet ist vielfältig und spielt mit Halmen, Ähren, Rispen. Es bietet sich an, verschiedene Wuchshöhen, Laubfarben und -formen oder verschiedene Blütezeitpunkte so zu kombinieren, dass ein harmonisches Gesamtbild entsteht – die kleinen nach vorne, die größeren nach hinten, dazwischen ein Grüppchen Blumenzwiebeln oder als sommerliches Highlight ein paar Blütenstauden… .
💡 Tipp:
Wer von Anfang an beim Pflanzen eine Handvoll Hornspäne ins Pflanzloch gibt, braucht die Beete auf Dauer nicht zu düngen, vorausgesetzt die Pflanzen erhalten in den ersten Wochen genügend Feuchtigkeit, um Fuß zu fassen, dann entwickelt sich der Gräsergarten zu einem selbstversorgenden System.
Der Sommer darf heiß und trocken sein
Die meisten der sehr gängigen sommergrünen Gräsergattungen, ob Miscanthus (Schilfgräser), Panicum (Rutenhirse) oder Pennisetum (Lampenputzergräser) sind viel trockenheitsresistenter und hitzetoleranter als Gebrauchsrasen und viel attraktiver und nützlicher. Sie erfordern außer einem scharfen Schnitt vor dem neuen Austrieb im Februar keine weitere Pflege.
Wer es gerne rasenähnlicher mag, mit niedrigeren Pflanzen, der kann sich im Sortiment der polsterbildenden Festuca (Bärenfellgräser) bedienen. Sie halten es auch aus, wenn sie hin und wieder betreten werden, sind wintergrün und brauchen überhaupt keinen Schnitt. Auch verschiedene Carexarten (Seggen), die sich sogar für halbschattige Standorte gut eignen, brauchen keinen Schnitt.
Ein Überblick über das große Sortiment der Gartengräser für viele Gartensituationen mit Bildern und Gestaltungstipps findet sich auf der Website https://elegrass.com/de.
Quelle: elegrass











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