Im kleinen Gartenhaus ist die Fläche knapp, dabei soll es als Lager, Werkbereich und Sitzplatz dienen. Mit unseren Tipps bleibt trotzdem Platz zum Werkeln.
Mitten im Gartenhaus steht der Rasenmäher und darauf lagert ein Stapel leerer Blumentöpfe, die Harke lehnt quer vor dem Regal, und gepflanzt wird notgedrungen in der Hocke. Dabei reicht schon ein kleines Gartenhaus für einen richtigen Arbeitsplatz aus, wenn der Raum gut eingeteilt ist. Der Stauraum wandert in die Höhe, vor eine freie Wand kommt ein Tisch, und schon lässt sich dort aussäen, umtopfen, reparieren und basteln, ganz ohne Anbau. Wie das im Einzelnen aussieht, zeige ich Ihnen hier.
Ein Tisch an der Wand, und schon lässt sich werkeln
In die Mitte einer freien Wand kommt ein Tisch. Er bildet die eigentliche Werkelfläche, auf der ausgesät, umgetopft, repariert und gebastelt wird. Darüber bleibt Platz für ein oder zwei Regalbretter oder eine Orga-Wand mit Haken, Körben und kleinen Haltern. Gartenschere, Pflanzholz, Handfeger, Handschuhe und Bindedraht hängen damit direkt über dem Tisch und sind schnell zur Hand.
Die Tischplatte selbst bleibt frei. Das ist spätestens beim Umtopfen angenehm, wenn mehrere Töpfe, ein Sack Erde und die Pflanzen gleichzeitig darauf Platz brauchen.
Eine fest verbaute Werkbank steht jedoch auch dann im Weg, wenn wochenlang niemand daran arbeitet. Für ein kleines Gartenhaus ist daher ein Klapptisch empfehlenswert. Dieser ist schnell aufgestellt und, wenn mal mehr Platz gebraucht wird, auch ebenso schnell wieder verschwunden.
Worauf es beim Tisch ankommt
Beim Kauf achten Sie auf drei Dinge. Die Arbeitshöhe muss zu Ihrer Körpergröße passen, damit Rücken und Nacken beim Umtopfen und Werkeln geschont werden. Als Orientierung liegt die Platte etwa 10 bis 15 Zentimeter unter der Ellenbogenhöhe. Ein normaler Esstisch ist für längere Arbeiten im Stehen meist zu niedrig, mit Aufsatzfüßen bocken Sie ihn aber im Handumdrehen auf.
Die Platte muss sich feucht abwischen lassen und Erde sowie Nässe vertragen. Gut geeignet sind beschichtete Platten oder Multiplex mit versiegelten Oberflächen und Kanten.
Wird es ein praktischer Klapptisch, dann ist ein stabiles Gestell ebenso wichtig, das sicher steht und sich nach der Arbeit einfach zusammenklappen lässt. Stabile Klapptische aus dem Veranstaltungsbereich sind besonders langlebig und für häufiges Aufstellen sowie Zusammenklappen gedacht und eignen sich deshalb auch gut für den flexiblen Einsatz im Garten.
Stauraum wächst neben dem Tisch nach oben

Steht fest, wo gearbeitet wird, lässt sich der restliche Raum drumherum einteilen. Je nach Breite des Gartenhauses kommt neben den Tisch ein hohes Schwerlastregal. Auf der anderen Seite findet vielleicht noch ein schmaler Schrank Platz. Reicht eine Wand nicht aus, darf das Regal um die Ecke weiterlaufen. Gerade in kleinen Gartenhäusern bringt ein Regal über Eck erstaunlich viel Stauraum, ohne dass die freie Fläche in der Mitte verloren geht.
Regale bis unter die Decke
Ein Schwerlastregal nimmt Saatgutkisten, Töpfe, Aufbewahrungsboxen und größere Säcke auf. Es darf ruhig bis fast unter die Decke reichen. So wird die Wandhöhe genutzt, statt alles auf dem Boden abzustellen.
Nach oben kommt, was selten zum Einsatz kommt, etwa die Lichterkette, Folie fürs Frühbeet oder ein Vorrat an leeren Pflanztöpfen. In Griffhöhe bleibt, was während der Gartensaison ständig durch die Hände geht. Schwere Werkzeugkisten, große Töpfe und gefüllte Behälter gehören auf die unteren Böden. Leichte Kisten dürfen weiter nach oben. Das Regal steht dadurch sicherer, und niemand muss einen schweren Gegenstand über Kopfhöhe herunterheben.
💡Tipp: Beim Regal über Eck stehen zwei schmale Modelle im rechten Winkel zueinander. So bleibt auch die Ecke als Stauraum erhalten. Hohe Regale werden zusätzlich gegen Kippen gesichert.
Haken und Leisten für Stielgeräte
Spaten, Rechen, Besen und Grabegabel passen selten gut ins Regal. In einer Ecke stehen sie allerdings auch nicht lange ordentlich. Sobald ein Gerät herausgezogen wird, kippen die anderen um. Eine Gerätehalterleiste mit Klemmen sorgt für Ordnung. Sie findet neben dem Regal, an einer kurzen Seitenwand oder an der Innenseite der Tür Platz. Die Geräte hängen senkrecht und ragen nicht quer in den Raum.
Gießkanne und Eimer kommen an stabile Einzelhaken. Für den Gartenschlauch eignet sich ein breiter Schlauchhalter, damit sich das Gewicht verteilt und der Schlauch keine Knicke bekommt.
Ein Schrank für Dünger und Kleinteile
Offene Regale sind praktisch, aber manches steht besser hinter einer Tür. In einem schmalen Hochschrank neben dem Tisch oder am Ende der Regalwand sind scharfe Messer, Gartenscheren und Dünger schnell verstaut. Mit einem Schloss am Schrank sind auch Kinder im Garten unbesorgt unterwegs
Saatguttütchen, Bindedraht, Pflanzenetiketten und Ersatzklingen lassen sich darin in flachen Boxen sortieren. Dann geht nichts mehr in großen Kisten unter und das Suchen hat ein Ende.
💡Tipp: Pflanzenschutzmittel bleiben in ihrer Originalverpackung. Im Gartenhaus dürfen sie nur lagern, wenn es dort entsprechend den Angaben des Herstellers trocken, kühl und frostfrei ist. Ein unbeheiztes Häuschen eignet sich deshalb nicht für jedes Mittel und nicht zu jeder Jahreszeit.
Vom Werkeltisch zur Festtafel
Der Tisch bleibt übrigens nicht ans Gartenhaus gebunden. Beim Sommerfest oder Kindergeburtstag wandert er einfach auf die Wiese und wird mit einer Tischdecke zur Tafel. Darauf stehen dann Kuchen, Salate und Getränke statt Blumentöpfen und Gartenscheren.
Abends kommt er zurück ins Gartenhaus. Gerade auf kleinen Grundstücken ist das praktisch, denn für üppige Partymöbel bleibt dort selten Lagerplatz übrig.
Gutes Licht macht den Arbeitsplatz komplett
Gartenhäuser haben kleine Fenster, und gewerkelt wird oft am Abend oder im trüben Frühjahr. Eine Leuchte direkt über dem Tisch sorgt für eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Gut ist ein Modell, das die Arbeitsfläche gleichmäßig ausleuchtet, ohne zu blenden oder harte Schatten auf die Hände zu werfen.
Neutralweißes Licht um 4.000 Kelvin passt zum Aussäen, Umtopfen und für kleinere Reparaturen. Zarte Sämlinge und kleine Schrauben lassen sich darin gut erkennen.
💡Tipp: Ohne Stromanschluss reicht auch ein Akku-Strahler zum Einhängen, dauerhafter versorgt eine kleine Solaranlage das Gartenhaus mit Strom. Und wer abends gern noch gemütlich sitzen bleibt, holt sich weitere Anregungen für die stimmungsvolle Beleuchtung im Gartenhaus.
Was sich am Tisch alles erledigen lässt
Werkeln heißt nicht nur Hämmern und Sägen. Am Tisch fällt übers Jahr einiges an.
Im Frühjahr stehen Aussaatschalen, Töpfe und Pflanzenetiketten auf der Platte. Pikieren und Umtopfen auf Stehhöhe schont Rücken und Knie, verschüttete Anzuchterde landet dabei auf dem Tisch statt auf dem Boden. Wer viele Tomaten, Paprika und Sommerblumen vorzieht, ist um die große Fläche froh.
Im Sommer bekommt die Gartenschere am selben Tisch frischen Schliff und einen Tropfen Öl, das Vogelhaus ein neues Dach. Stecklinge von Salbei oder Hortensie landen frisch geschnitten im Topf.
Schließlich liegen dann im Herbst Äpfel zum Sortieren auf der Platte. Zwiebeln und Knoblauch werden für die Lagerung vorbereitet, Blumenzwiebeln warten aufs Setzen, aus Hagebutten und Zweigen entsteht die erste Herbstdeko. Anschließend einmal abwischen, Werkzeug zurück an die Orga-Wand, fertig.
Platz im kleinen Gartenhaus für den Winter schaffen
Ab November wird ohnehin weniger gewerkelt. Dafür brauchen Rasenmäher, Gartenstühle, Auflagen und Sonnenschirm ein trockenes Quartier. Nun zeigt sich der Vorteil des Klapptisches noch einmal.
Entweder wird der Rasenmäher oder die Gartenbox mit den Auflagen unter den Tisch geschoben, oder die Beine werden eingeklappt, und der Tisch kommt flach an die Wand. Dort lehnt er gesichert oder hängt an zwei kräftigen Wandhaken. Und schon ist die Bodenfläche komplett frei.
So ist genug Platz im kleinen Gartenhaus, damit Gartenmöbel trocken überwintern. Polster und Kissen wandern jedoch erst vollständig getrocknet in die Gartenbox, damit sich keine Stockflecken bilden. Akkus kommen aus den Geräten und lagern trocken sowie frostfrei im Regal.
💡Tipp: Bevor alles einzieht, prüfen Sie Dach, Fugen und Fenster. Nur wenn das Gartenhaus winterfest ist, überstehen Möbel, Polster und Geräte die nassen Monate trocken. Und im Frühjahr steht der Tisch mit zwei Handgriffen wieder bereit fürs erste Umtopfen.











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