Gartenteich anlegen: So wird’s gemacht

Gartenteich anlegen

Ein gut angelegter Gartenteich ist eine Welt für sich. Wasser, Erde und Luft treffen aufeinander und ergänzen sich zum perfekten Biotop, zum Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Dabei bleibt es dem Teichbesitzer überlassen, in welcher Weise der eigene Teich gestaltet wird. Eine Vielzahl unterschiedlicher Gewächse genauso wie die individuelle Formgebung mit dekorativen Elementen erlauben jede nur vorstellbare Verwirklichung des Gewässers im eigenen Garten.

Doch bevor der Zeitpunkt erreicht ist, an dem von einer Gartenbank aus die Idylle des Teichs betrachtet werden kann, braucht es etwas Planung und natürlich Arbeit.


Die Festlegung des Standortes

Der Standort des Gartenteichs ist von großer Bedeutung, denn sowohl ein zu sonniger wie auch zu schattiger Platz ist ungünstig für das biologische Gleichgewicht des Gewässers. Ebenso verhält es sich mit der Größe. Wer sich einen Foliengartenteich zulegen möchte, sollte mindestens eine Fläche von 5 qm2 einplanen. Darunter ist ein Beckenteich die bessere Wahl. Der Teich benötigt rund 6 Sonnenstunden pro Tag. Die Verschattung kann natürlich auch durch das nachträgliche Anpflanzen entsprechender Gehölze realisiert werden. Um den Grundriss des Gartenteichs festzulegen, eignet sich ein Gartenschlauch hervorragend. Es geht natürlich ebenso mit Holzpflöcken und einer Schnur. Nicht nur die Umrisse sind von Bedeutung, sondern ebenso Flachwasserbereiche, etwa für Schilfpflanzen.

Der Aushub

Vor den ersten Grabungsarbeiten kann es nicht schaden sich darüber Gedanken zu machen, wie der Aushub genutzt oder entsorgt werden kann. Die anfallende Menge sollte nicht unterschätzt werden. Im Weiteren kann es durchaus sein, das im Boden Leitungen verlegt sind. Das müssen nicht einmal eigene, zum Haus gehörende Rohre oder Leitungen sein. Kommunale Rohrleitungen, Fernmelde- oder Elektrokabel können auch durch Privatgrundstücke führen. Es kommt zwar relativ selten vor, möglich ist es jedoch.

Für die unterschiedlichen Tiefen eines Gartenteichs können folgende Richtwerte genutzt werden, vom Uferrand ausgehend hin zur Teichmitte:

  • Der Sumpfbereich, etwa 10 bis 20 cm tief
  • Die Flachwasserzone, 40 bis 70 cm
  • Die Tiefwasserzone, 120 bis 150 cm

Der Neigungswinkel zwischen den einzelnen Gewässertiefen sollte 30 Grad nicht übersteigen. Das Verhältnis der Tiefwasserzone zu den Flachwasser- und Sumpfbereichen kann etwa 3 zu 2 betragen, also bei einer Gesamtfläche von 5 qm2 entfallen 3 qm2 auf den Tiefenbereich.

Während des Aushubs ist darauf zu achten, dass die Teichränder das gleiche Niveau aufweisen. An Grundstücken mit Hanglage muss dementsprechend die ansteigende Seite so weit abgegraben werden, dass die Teichränder oder das spätere Ufer gleichmäßig eben ist.

Der Unterbau des Gartenteichs

Zuerst ist es notwendig, die ausgegrabene Fläche von spitzen Steinen und Wurzelwerk zu befreien, die die später folgende Folie beschädigen könnten. Dem Säubern des Teichgrundes folgt die Ausbringung einer Sandschicht, die zusätzlich vor Beschädigungen schützt und den Untergrund gleichzeitig einebnet. Darüber kann ein spezielles Gartenteichvlies gelegt werden, das durch seine Struktur die Auslegung der Folie erleichtert.

Die Gartenteichfolie

Beim Kauf der Gartenteichfolie kommt es immer wieder dazu, dass der Bedarf unterschätzt wird und am Ende ein ganzes Stück fehlt. Dabei finden sich im Internet unter dem Suchbegriff: „Teichfolie berechnen“, eine ganze Reihe von Online-Rechnern, in die nur die Länge, die Breite und die maximale Tiefe des Teichs eingegeben werden müssen, um die notwendige Quadratmeterzahl zu erhalten. Wer lieber Stift und Papier nutzen möchte, kann seinen Bedarf nach folgender Formel errechnen:

Länge + 60 cm Zuschlag mal Breite + 60 cm Zuschlag mal Tiefe

Um wieder das Beispiel eines Gartenteichs mit 5 qm2 zu nehmen, bei einer angenommenen Tiefe von 120 cm, würde sich diese Summe in qm2 ergeben:

3,6 m x 2,6 m x 1,2 m = 11,232 qm2, aufgerundet 12 qm2

Der Zuschlag von 60 cm wird für die Befestigung der Folie am Teichrand benötigt.

Teichfolie wird von Herstellern und Händlern in unterschiedlichen Breiten angeboten. Standardmäßig beträgt die Folienbreite 2 m, wobei etwa Baumärkte Folien oft mit Breiten von 6 m anbieten.

Die Teichfolie verlegen

Der Tag der Folienverlegung sollte nicht zu kühl sein. Je wärmer er ist, desto einfacher lässt sich die Folie verlegen. So zwischen 10 und 15 Grad ist sowohl für die Folie wie auch den Menschen eine angenehme Arbeitstemperatur. Eine vollständig glatte Folie wird sich beim Verlegen nicht ergeben. Die eine oder andere Falte muss in Kauf genommen werden. Wichtiger ist es, dass keine Luftblasen unter der Folie entstehen. Deswegen die Folie an den Übergängen von einer Tiefe zur Nächsten sorgfältig andrücken. Die Folie an den Teichrändern ausreichend überstehen lassen, um sie mit Steinen und Erde zu bedecken und zu befestigen.

Endlich Wasser in den Teich

Die Tiefwasserzone ist der erste Bereich, der mit dem kühlen Nass in Berührung kommt. Doch vorher werden genau in diesem tiefsten Punkt des Gewässers noch Teichkies und Substrat ausgebracht und gleichmäßig verteilt. Den Teich anschließend bis zu einem Drittel mit Wasser füllen. Wer genau wissen will, wie lange etwa die Befüllung mit dem Gartenschlauch dauert, kann dies mithilfe eines Messbechers und einer Stoppuhr errechnen.

Wenn die Tiefwasserzone befüllt ist, erfolgt die Bepflanzung. Hierfür sollten nur einheimische Pflanzen verwendet werden, die den Standortbedingungen entsprechen. Nach der Bepflanzung der Tiefwasserzone wird der Teich vollständig mit Wasser befüllt.

Bevor nun der Flachwasser- und Uferbereich bepflanzt wird, erfolgt die Installation der Umwälz- und Filterpumpe. Die Erfahrung hat hierbei gezeigt, dass Sandfilteranlagen für Gartenteiche weniger geeignet sind, da sich im Sand der Filteranlagen Pilze und Mikroben ausbilden können, die die Mikroorganismen des Teiches zerstören. Besser geeignet sind Filter aus Schaumstoffen. Umgekehrt eignen sich Sandfilteranlagen hervorragend für Schwimmbäder, da hier das Wasser so oder so chemisch vorbehandelt wird.

Der Abschluss, Ufer und Deko

Nun geht es an die Bepflanzung der Flachwasserzone und des Ufers, wobei der Fantasie freien Lauf gelassen werden kann. Ebenso bei der Einrichtung der dekorativen Elemente. So kann das gefilterte Wasser über einen kleinen, künstlichen Bergbach wieder zurück in den Teich geführt werden und kleine Stein- oder Keramikfiguren den Uferrand bevölkern.

Noch etwas zum Thema Fischbesatz

Bezüglich der Einsetzung von Fischen ist es angeraten, wiederum auf heimische Fischarten zurückzugreifen. Obwohl der Goldfisch sicherlich ein sehr dekoratives Element im Gartenteich darstellt, hat sich inzwischen herausgestellt, dass diese aus den Tropen und Subtropen stammenden Fische sehr robust sind und einheimische Arten wie die Ellritze oder den Bitterling, aber auch Molche, Frösche und Libellen verdrängen beziehungsweise deren Larven und Gelege fressen. Goldfische überleben auch sehr harte Winter und werden sie in öffentlichen Teichen ausgesetzt, sorgt die hohe Vermehrungsrate über kurz oder lang dafür, dass der Teich abgelassen werden muss, um ihn von den tropischen Räubern zu befreien.

Titelbild © pia-pictures – Fotolia.com

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