Blumenwiese anlegen – Geduld ist gefragt!

Blumenwiese anlegen
Botanische Tulpen und Traubenhyazinthen - © fluwel.de

Früher hieß es, man pflanzt Blumenzwiebeln im Herbst, sie blühen im Frühjahr und danach holt man sie aus der Erde, um sie im Oktober erneut zu pflanzen. Heute weiß man, dass es für die Entwicklung der Bollen besser ist, wenn sie einfach in der Erde bleiben. Mehr noch: Für die Entwicklung der Zwiebeln ist es positiv, wenn man die Pflanzen nach der Blüte ebenfalls einfach in Ruhe lässt. Vom Hobbygärtner verlangt das zwar oft gute Nerven, denn das welkende Laub ist nicht immer ansehnlich, aber die Geduld zahlt sich aus. Die ganz Gewieften pflanzen die Zwiebelblumen übrigens in Kombination mit Stauden. Dann verdecken die Blätter der später austreibenden Stauden ganz elegant das trocken werdende Laub der Zwiebelblumen. Eine ideale Kombination im Beet!

Eine größere Herausforderung wartet auf den Gartenbesitzer, der die Blumenzwiebeln zur Verwilderung in die Wiese oder in den Rasen pflanzt. Aber: Was gibt es im zeitigen Frühjahr Schöneres als eine große Rasenfläche voller Schneeglöckchen, Krokusse, Schneestolz oder auch später im Frühjahr eine Wiese mit botanischen Tulpen, Narzissen und Traubenhyazinthen? Besonders Streuobstwiesen werden für einige Wochen zu impressionistischen Gemälden, denn oft fällt die Blüte der Obstbäume mit der Blütezeit der Zwiebelblumen zusammen. Großartig sehen diese Gärten aus!


Mähstop für die Blumenwiese

Für die Freunde strikter Ordnung bricht allerdings nach der Blüte eine harte Zeit an, denn mähen sollte man erst wieder, wenn das Laub der Zwiebelblumen völlig verwelkt ist: Das ist das wichtigste Gebot für deren gelungene Verwilderung. Wer nun Geduld zeigt, wird im nächsten Jahr mit wunderbaren Gartenbildern belohnt. Hobbygärtner, die ein eindrucksvolles Beispiel für Tausende verwilderte Tulpen in einer Wiese bewundern möchten, sei ein Besuch der Blumeninsel Mainau im frühen Mai empfohlen. Die Frühlingsstraße mit Zwiebelblumen in allen Farben ist ein jährlich wiederkehrendes Spektakel, das weltweit seinesgleichen sucht.

Die richtigen Blumenzwiebeln auswählen

Wer im eigenen Garten eine attraktive und immer wiederkehrende Frühlingsblütenpracht anstrebt, sollte Blumenzwiebeln wählen, in deren Natur die Verwilderung liegt. „Die meisten Narzissen sind ideal“, erklärt der Blumenzwiebelspezialist Carlos van der Veek. „Je länger sie an einem Standort stehen, um so prächtiger entwickeln sie sich zumeist.“ In seinem Webshop www.fluwel.de bietet der Niederländer sage und schreibe 80 verschiedene Narzissensorten an, die er alle seit vielen Jahren auf einem eigenen Versuchsfeld erprobt. „Auch Krokusse lassen sich wunderbar in Rasenflächen verwildern“, betont Carlos. Wer beispielsweise Mischungen wie „Crocreation“ pflanzt, könne sich jedes Jahr an den lila und gelben Farbtupfern erfreuen. „Diese ersten Frühlingsgrüße nach der kalten Jahreszeit kommen übrigens nicht nur bei uns Menschen gut an. Für Insekten – vor allem für Bienen – sind sie wichtige Nahrungsquellen, wenn noch nichts anderes im Garten blüht.“

Narzissen Blumenwiese
Die meisten Narzissen sind ideal für die Verwilderung – © fluwel.de
Natürlich gibt es auch Mischungen, in denen unterschiedliche Zwiebelblumen, die sich ideal verwildern lassen, miteinander kombiniert wurden. Bei „Aladdin’s Carpet“ verzaubern beispielsweise botanische Tulpen und Traubenhyazinthen den Rasen in jedem Frühjahr in einen kunterbunten Teppich. Wer es weniger farbintensiv mag oder einen schattigeren Garten sein eigen nennt, sollte einmal das Hasenglöckchen (Hyazinthoides) ausprobieren, von dem böse Zungen behaupten, es vermehre sich wie Unkraut. ‘White City‘ ist die weiße Variante des bekannten blauen Hasenglöckchens, die van der Veek empfiehlt. „Wem sich diese kniehohen weißen Glöckchen im Garten irgendwann zu stark vermehren, der schneidet sie einfach ab und stellt sie in die Vase. Das macht komischerweise kein Mensch und als Schnittblumen sind sie auch nicht erhältlich. Wir lieben die weißen Blüten aber als Tischdeko sehr.“

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