Kürbis pflanzen und pflegen im eigenen Garten

Kürbis pflanzen pflegen

Vor genau einem halben Jahrhundert setzte sich der kleiner Junge Linus an Halloween in ein Kürbisfeld und wartete auf den großen Kürbis. Im Jahr 1966 zeichnete Charles M. Schulz diese Geschichte im Rahmen seiner von ihm erfundenen Figuren, den Peanuts, mit ihrem „Star“ Charlie Brown. Sicherlich trug dieser Zeichentrickfilm mit dazu bei, das der Kürbis auch in Deutschland ein sehr populäres Gemüse wurde und dies nicht nur als gruselige Dekoration an Halloween.

Woher kommen und was sind Kürbisse?

Der in Deutschland überwiegend in den Gärten vorkommende große Kürbis stammt aus Süd- und Mittelamerika. In Ländern wie Kolumbien oder Peru wurde der Kürbis schon vor rund 10.000 Jahren genutzt.


Eine andere Art ist der Flaschenkürbis, dessen Herkunft in Afrika vermutet wird. Sicher ist dies jedoch nicht, denn der Samen des Flaschenkürbis kann über ein Jahr in Salzwasser schwimmen, ohne seine Keimfähigkeit zu verlieren. Es bestehen aber auch Untersuchungen zur DNA der amerikanischen und afrikanischen Kürbisse, die den Schluss zulassen, dass der amerikanische Kürbis vom afrikanischen Kürbis abstammt. Vom südamerikanischen Kontinent wiederum fand der Kürbis seinen Weg nach Asien, wo sich im Laufe der Jahrtausende neue Unterarten ausbildeten.

Allen Kürbisarten gemeinsam ist auf jeden Fall ihr großer Nutzen für die Bevölkerung, ob nun auf dem afrikanischen oder südamerikanischen Kontinent. Das beginnt schon bei den wunderschönen weißen oder gelben Blüten, die an Festen zur Dekoration dienen. Die Samen werden als Snacks verwendet und das Fruchtfleisch ist ein schmackhaftes Gemüse zu allen möglichen Gerichten. Letztlich bleibt noch die teilweise stabile Hülle des Kürbis. Beim Flaschenkürbis erzählt schon der Name etwas über seinen Verwendungszweck, aber auch Musikinstrumente werden daraus gefertigt genauso wie Vorratsbehälter.

Kürbis-Arten

In Europa wird der Kürbis hauptsächlich als Gemüse für verschiedene Gerichte verwendet, wobei auch hier inzwischen der große Kürbis an Halloween zur Dekoration dient.

Der Kürbis gehört zu den sogenannten einjährigen Pflanzen. Das bedeutet, dass die Pflanze von der Auskeimung des Samens bis zur kompletten Ausbildung und Heranwachsen neuen Samens beziehungsweise des eigentlichen Kürbis nur eine Vegetationsperiode (Frühling, Sommer und Herbst) benötigt. Danach stirbt die Pflanze ab.

Insgesamt finden sich weltweit rund 800 Kürbis-Arten, von denen nur ein kleiner Teil in Europa angebaut wird. Die in unseren Breitengraden wohl bekannteste Kürbis-Art ist hierbei nicht unbedingt der große Kürbis, sondern die Zucchini. Weitere beliebte Kürbis-Arten sind unter anderem:

  • Ambercup, ausgereift etwa 1 bis 1,5 kg, zum Backen, Braten oder für Süßspeisen
  • Atlantic Giant, ausgereift 30 bis 100 kg, für Suppen, Süßspeisen und zur Dekoration
  • Avalon oder Early Butternut, rund 1,5 kg, für Suppen, zum Braten oder für Süßspeisen
  • Baby Bear, 0,5 bis 1,5 kg, der typische Halloween-Kürbis, auch für Suppen und Süßspeisen
  • Blauer Ungar: 4 bis 10 kg, Suppen, Süßspeisen
  • Chesnut: 0,6 bis 1 kg, Roh, Aufläufe oder zum Braten
  • Delicata: 0,4 bis 1,5 kg, sehr vielseitig, roh, gegrillt, gekocht, gebraten
  • Feigenblattkürbis: 2 bis 5 kg, Konfitüre, Marmelade
  • Gelber Zentner: 15 bis 50 kg, Marmeladen, Suppen
  • Triamble: 2 bis 4 kg, Püree, Suppen, Auflauf

Neben der Zubereitung von Gerichten dienen Kürbisse in Form von Zierkürbissen ebenso der Dekoration, wobei dies Hand in Hand gehen kann, wie etwa bei der Sorte Baby Bear.

Kürbis im eigenen Garten anpflanzen

Als Pflanzen, die ursprünglich in den Tropen und Subtropen beheimatet sind, vertragen Kürbisse keine extreme Kälte, schon gar nicht Frost. Gleichzeitig sollte die Aussaat bis Ende April abgeschlossen sein, um die Vegetationsperiode vollständig ausnutzen zu können. Folglich kann die Vorkultur in Töpfen (10 cm Durchmesser) erfolgen, die an einem hellen Platz bei etwa 20 bis 24 Grad Celsius aufgestellt werden. Nach gut einer Woche sind die ersten Keimblätter zu sehen. Dann kann die Raumtemperatur auf etwa 16 bis 20 Grad abgesenkt werden.

Die Auspflanzung

Wenn die „Eisheiligen“ vorüber sind, etwa Mitte Mai, kann die Auspflanzung in ein Gartenbeet erfolgen. Aber auch dies sollte langsam erfolgen, indem die Kürbispflanzen in den Töpfen zuerst etwas abgehärtet werden. So etwa, indem sie an sonnigen Tagen ins Freie gestellt und zum Abend wieder herein geholt werden. Wenn die Pflanzen bereits größere Blätter entwickelt haben, kann das Einpflanzen in das Beet erfolgen. Es sollte darauf geachtet werden, dass der Wurzelballen beim Umpflanzen nicht beschädigt wird. Gleichzeitig ist ein Abdeckvlies notwendig, das dann zum Einsatz kommt, wenn die Temperaturen zu stark absinken. Im Monat Mai sollten die Kürbispflanzen zumindest in der Nacht noch abgedeckt werden, um sie vor plötzlichen Kälteeinbrüchen zu schützen.

Vorbereitung des Beetes und Abstand der Pflanzen

Das Beet selbst muss im Vorfeld gut mit Humus durchmischt werden. Kürbisse besitzen einen enormen Nährstoffhunger (Starkzehrer). Gleichzeitig darf im Beet keine Staunässe entstehen. Im Übrigen sind Kürbisse bezüglich der Bodenqualität recht anspruchslos. Beim Einpflanzen der Kürbisse muss gleich zu Anfang der richtige Abstand gewählt werden. Da die Wurzeln sehr empfindlich sind, ist ein nachträgliches Pikieren eher schädlich. Der Abstand der Pflanzen zueinander unterscheidet sich je nachdem, ob es rankende Kürbissorten sind, oder Kürbisse, die einen Busch ausbilden. Rankende Sorten benötigen etwa 1,5 m Abstand, Buschsorten rund 1 m.

Sonstiges zur Pflege

Solange die Blätter des Kürbis den Boden nicht vollständig bedecken, ist es ratsam, diesen von Zeit zu Zeit mit der Hacke aufzulockern und Unkräuter zu entfernen. Der Boden kann auch mit Stroh oder Grasabschnitt gemulcht werden. Bei festem, etwas lehmhaltigem Boden mit guter Speicherfähigkeit genügt den Kürbispflanzen der gewöhnliche Regen-Niederschlag. Sandige Böden hingegen, die schneller austrocknen, müssen regelmäßig nachgegossen werden. Während der Blütezeit muss das Vlies tagsüber abgenommen werden, damit die Bestäubung erfolgen kann.

Interessantes zum Kürbis

In der Flora gibt es keine andere Pflanzenart, die es mit der Größe des Kürbisgewächses aufnehmen kann. Im Besonderen der Riesenkürbis (Atlantic Giant) zeichnet sich durch schier unglaubliche Wuchsgrößen aus. In den USA gehört es seit Jahrzehnten zur Tradition, zu Thanksgiving in regionalen Wettbewerben festzustellen, wer den größten Kürbis züchtet. Am 13.10.2010 stellte der Kalifornier John Hawkley einen über Jahre hinweg bestehenden Weltrekord auf. Sein Kürbis wog 933 kg. Dieser Rekord hatte bis zum 12.10.2014 Bestand. Dann zeigte der Schweizer Beni Meier, bei einer Kürbisausstellung im Ludwigsburger Residenzschloss, das noch mehr geht. Sein Kürbis-Koloss brachte 1054 kg auf die Waage. Der Umfang des Riesen betrug 5,72 m. Theoretisch hätten daraus rund 1400 l Kürbissuppe gekocht werden können, allerdings sind solche Giganten nur noch Anschauungsobjekte. Genießbar sind sie nicht mehr.

Titelbild: © Lyudmila – Fotolia.com

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