Strom im eigenen Garten – Tipps zur Elektrik unter freiem Himmel

Strom im Garten

Regenwasser, Gießwasser sowie Schnee und Eis gehören zum Garten wie Blumen, Vögel und Bäume. Auf den ersten Blick lässt sich das nur begrenzt mit dem Wunsch nach Strom im Garten verbinden. Doch obwohl Wasser als Feind jeglicher Elektro-Anlage gilt, können Sie auch in Ihrem Garten mit den richtigen Sicherheitsvorkehrungen und Materialien Strom nutzen.

Der Garten als Feuchtraum

Bei der Planung und Installation von Gartenleuchten und Außensteckdosen sollten Sie stets bedenken: Unter Elektrikern gilt der Garten, ähnlich wie das Badezimmer, als Feuchtraum. Das heißt, die Elektroinstallation sowie die verwendeten Materialien und Geräte müssen für Feuchträume geeignet sein. Eindringendes Wasser schadet nämlich nicht nur der jeweiligen Teichpumpe oder Gartenleuchte. Es kann durch seine natürliche Leitfähigkeit für Elektrizität auch für Stromschläge oder gefährliche Kurzschlüsse mit Brandgefahr sorgen.


Neben der Organisation der einzelnen elektrischen Komponenten im Garten, müssen somit zusätzlich Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Zu ihnen zählen:

  • die Verwendung hochwertiger, geprüfter Geräte und Materialien,
  • das fachmännische Verlegen und Anschließen von Kabeln, Steckdosen und Geräten,
  • die Integration einer Sicherheitseinrichtung zur Abschaltung von Stromkreisläufen, wenn Wasser in diese gelangt,
  • die Gewährleistung vollkommener Spannungs-/Stromfreiheit bei der Durchführung von Arbeiten an einem Stromkreis

Sicher ist sicher: der Fehlerstrom-Schutzschalter

Wie in den eigenen vier Wänden, ist der sogenannte FI-Schalter (Fehlerstromschutzschalter) auch für Elektroinstallationen im Garten ein Muss. Durch die ständige Messung und Überprüfung des fließenden Stroms im Gartenstromkreis erkennt der Fehlerstromschutzschalter minimale Veränderungen und unterbricht die Stromzufuhr im Fall der Fälle sofort. Dies kann, beispielsweise bei der unbeabsichtigten Beschädigung von Kabeln, sogar Leben retten.

Auch für schon bestehende Elektroinstallationen sollten Sie, falls nicht vorhanden, unbedingt einen FI-Schalter nachrüsten. Bei Unsicherheiten empfiehlt es sich stets, auf das Wissen eines Elektrikers zurückzugreifen. Das nötige Zubehör, wie Sicherungs- und Zählerkasten, erhalten Sie gemeinsam mit dem Fehlerstromschutzschalter im gut sortierten Baumarkt. Bei Bestellungen im Internet sollten Sie unbedingt auf das Sicherheitszertifikat des jeweiligen Produktes achten.

Erdkabel im Garten fachgemäß verlegen

Für die fachgerechte Stromverteilung im Garten empfiehlt es sich Erdkabel zu verlegen. Um diese jedoch bei den regelmäßig anfallenden Gartenarbeiten nicht zu beschädigen, sollten Sie unbedingt folgende Grundregeln beachten:

– Erdkabel sollten stets in einer Tiefe von mindestens 60 cm verlegt werden. Unter Fahrbahnen gelten sogar 80 cm als Mindesttiefe.
– Zum Schutz des Kabels und zur deutlichen Markierung ist der Kabelverlauf mit Ziegelsteinen sowie einem PVC-Warnband abzudecken.
– Ebenfalls sollte sich das Kabel in einem 10 cm dicken Sandbett mit einer 10 cm Sandabdeckung befinden.
– Verwenden Sie nur eigens als Erdkabel hergestellte Stromkabel (beispielsweise NYY PVC-isolierte Kunststoffkabel oder NYCWY Kunststoffkabel mit wellenförmigen Kupferleitern).
– Die Verlegung in Leerrohren erleichtert gegebenenfalls notwendige Austauscharbeiten.
In der Regel haben Sie die Wahl zwischen 3-poligen und 5-poligen Erdkabeln. Während Sie bei der ersten Kabelform nur ein Elektrogerät, wie beispielsweise eine Gartenleuchte, anschließen können, gibt es beim 5-poligen Erdkabel die Möglichkeit sowohl ein elektrisches Gerät als auch eine Außensteckdose zu installieren.

Empfehlungen für Strom im Garten:

Stromkabel für Außenleuchten: das sollten Sie wissen

GartenleuchtenSobald Sie Gartenleuchten dauerhaft in Ihr Gartenambiente integrieren möchten, sind die sicheren, dauerhaft wasserbeständigen Erdkabel die sinnvollste Alternative, Licht in Ihren Garten zu bringen. Eine Verlegung der Erdkabel in Leerrohren bietet Ihnen zusätzlich die Möglichkeit ein weiteres Kabel einzuziehen oder gegebenenfalls alte Kabel ohne viel Mühe auszutauschen.

Möchten Sie nur zeitweilig Licht in Ihren Garten zaubern, können Sie auch für den Außenbereich geeignete Gummikabel oberhalb der Erdoberfläche verwenden. Dabei sind jedoch mögliche Stolperfallen unbedingt zu vermeiden. Wer ungern auf die haushaltsübliche Stromspannung im Garten zurückgreift, der kann mithilfe der sogenannten Niedervolttechnologie auf die stromsparenden und nahezu gefahrlosen LED-Leuchten ausweichen. Für die gänzliche Vermeidung von Kabeln werden die LED-Lampen sogar mit praktischem Solar-Energiespeicher angeboten. Die Leuchtstärke und -dauer ist jedoch oft vergleichsweise gering. Sie reicht jedoch zur Markierung eines Weges bzw. zum Setzen schöner Lichtakzente sehr gut aus.

Ideen für eine effektvolle Außenbeleuchtung

Mit einer stilvollen Außenbeleuchtung verleihen Sie Ihrem Garten auch in dunklen Nächten seine ganz eigene Atmosphäre. Dafür sind keineswegs kostenintensive Designleuchten notwendig. Mit etwas Kreativität und handwerklichem Geschick können Sie ohne hohen finanziellen und zeitlichen Aufwand die Abendstimmung Ihres Gartens raffiniert in Szene in setzen.

LED Solarleuchten bringen Licht in den dunklen Garten:

So lassen sich beispielsweise Tonkrüge und Blumentöpfe sowie selbstgebaute Holzhäuschen mit Acrylglasfenstern als stimmungsvolle Gartenleuchten nutzen. Ebenfalls nur wenige Handgriffe sind für rustikale Standleuchten am Wegesrand aus Kellerlampen und Vierkanthölzern notwendig. Auch LED-Leuchtsteinpflaster können mit handwerklichem Talent selbst hergestellt werden. In Gartenratgebern sowie auch online gibt es dafür entsprechende Anleitungen, bei denen Sie jedoch immer auf die Sicherheitsaspekte von Elektroinstallationen achten und gegebenenfalls Fachexperten zu Raten ziehen sollten.

Die Sicherheit geht immer vor!

Obwohl es vielen Gartenbesitzern sehr viel Freude bereitet, Ihren Garten auch stromtechnisch zu optimieren, sollten Sie immerzu das Thema Sicherheit im Blick haben:

– das Zusammentreffen von Wasser und Strom,
– die Verwendung ungeeigneter und nicht ausreichend auf ihre Sicherheit zertifizierte Materialien sowie
– der unsachgemäße Umgang mit Stromkabeln und Elektrogeräten

führen unter Umständen zu lebensbedrohlichen Stromstößen sowie brandgefährlichen Kurzschlüssen. Etwa 2,7 Millionen Menschen verletzen sich in Deutschland Jahr für Jahr bei Unfällen im Haushalt, zu denen neben Stürzen auch Stromschläge zählen. Damit belegt das Haushalts- und Gartenumfeld den ersten Platz der Verletzungsstatistik und liegt somit noch vor den Verkehrsunfällen (Stand 2010).

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