Pflastersteine verlegen: So geht’s

Pflastersteine verlegen
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Bauherren profitieren bei der Verwendung von Pflastersteinen im Garten, im Hof oder der Garageneinfahrt nicht nur von einer ästhetischen Optik, sondern auch von der Robustheit und Vielfältigkeit dieses Bodenbelages. Möchte man Pflastersteine verlegen, ist eine angemessene Planung im Vorfeld von höchster Wichtigkeit, darüber hinaus sind grundlegende Dinge beim Verlegen selbst zu beachten. Schon im 7. Jahrhundert vor Christus wussten die Babylonier und Ägypter die Vorteile von Pflasterungen zu schätzen, auch heute ist der Bodenbelag aufgrund seiner Gestaltbarkeit, Ästhetik und Robustheit beliebt. Auch heute erfreut sich Naturpflasterstein zunehmender Beliebtheit, insbesondere auf privaten Grundstücken oder im Rahmen der Stadtdenkmalpflege in Altstädten.

Pflastersteine verlegen: Bauweise und Materialien

Die gebundene und ungebundene Bauweise unterscheidet sich nur in puncto Bettung, und Fugen. Grundsätzlich wird bei beiden Bauweisen der vorhandene Untergrund bearbeitet, das Planum stellt eine absolut ebene Fläche dar. Darauf werden eine Frostschutzschicht, und eine Tragschicht aufgetragen. Bei der ältesten und meistgenutzten Bauweise, der ungebundenen Bauweise, wird eine lose Bettung aus Splitt, Sand oder Granulat verwendet. Die Fugen bestehen aus dem gleichen Material und stabilisieren die Steine. Bei der gebundenen Bauweise wird hingegen eine bituminöse Fuge verwendet, hier bestehen Pflasterbett und Fuge aus Zementmörtel. Die wasserdurchlässige Bauweise, beliebt bei Garageneinfahrten, können etwa mit Hilfe von Rasengittersteinen realisiert werden. Vollkommen flüssigkeitsdicht ist keine Pflasterung – das hat den ökologischen Vorteil, dass Wasser besser abfließen kann und Pflanzenwurzeln nicht am Wachstum gehindert werden. Das Natursteinpflaster verwendet Steine aus natürlicher Herkunft, etwa das robuste Granit, Gneis, Basalt, Grauwacke, Porphyr oder Marmor- und Kalksteine. Durch die unterschiedliche Beschaffung der verschiedenen Materialien und Verlegetechnik können optisch ansprechende Muster verlegt werden.


Eine solide Planung im Vorfeld ist enorm wichtig

Vor dem Pflastersteine verlegen sollte eine solide Planung erfolgen. Dabei sollte der Standort, der Verwendungszweck, die Bauweise, die Art des Steins und das Muster beachtet werden. Es sollte ein Bewusstsein dafür entwickelt werden, welche Bauweise und welches Material sich für welchen Verwendungszweck eignet. Verbundsteine eignen sich für Garageneinfahrten und Gehwege, sind sehr pflegeleicht und robust. Für Garageneinfahrten eignen sich auch Rasengittersteine hervorragend. Für den Garten eignen sich ungebundene Natursteine, hier kann man individuelle, optisch ansprechende Muster gestalten und die auf die Steine wirkende Belastung ist nicht sehr hoch. Ein Handwerker kann Pflastersteine zuschneiden, sodass alle Ecken und Kanten des Grundstücks abgedeckt werden können. Es ist mehr als empfehlenswert, einen Musterplan anzufertigen und danach zu arbeiten. Grundsätzlich gibt es verschiedenste Muster, das Verlegen selbst folgt aber immer einem ähnlichen Schema.

Pflastersteine verlegen: Praxis

In der Regel ist der nötige Aufwand bei der Verlegung von Pflastersteinen davon abhängig, wie hoch die Belastung selbiger später sein wird. Sollen die Pflastersteine später als Gartenweg, Terrasse, Einfahrt oder Teichumgrenzung verwendet werden, ist der Aufwand höher als bei einer Verwendung als Zierstein. Rasengittersteine erfordern keinen großen Aushub und sind deshalb eine gute Alternative bei Garageneinfahrten.

Planum: Solide Grundlage für die anderen Schichten

Zunächst wird mit der Aushebung von nicht tragfähigem Mutterboden und Lehm begonnen, dabei muss eine regelmäßige Tiefe zwischen 40 und 60 cm erzielt werden. Je nach Fläche ist es ratsam, einen Hublader und einen Container zu mieten, um das Erdreich zu entnehmen und abzutransportieren. Das Planum dient als Grundlage für die verschiedenen Schichten und Pflastersteine, die Fläche muss völlig eben sein. Das gelingt sehr gut mit einer Rüttelplatte, die im Fachmarkt oder in fast jedem Baumarkt angemietet werden kann, durch das Rütteln werden Senken vermieden, in denen sich später Regenwasser sammeln könnte. Beim Planum sollte man darauf achten, dass es die exakt gleiche Neigung besitzt wie die später zu verlegenden Pflastersteine, damit Wasser ablaufen kann. Ein Gefälle von 2 bis 2,5 Prozent ist optimal, so kann Regenwasser gut abfließend und die Gefahr der Unterschwemmung wird verringert. Es ist darauf zu achten, dass nie mehr als 20 cm in einem Arbeitsschritt aufgeschüttet und verdichtet werden. Zum Ausgleich von Unebenheiten und Senken kann Schotter verwendet werden.

Tragschicht: Mehr Stabilität schaffen

Die Tragschicht besteht aus nicht ausgesiebtem Schotter mit einer Körnung von 32 mm. Wie auch beim Planum wird auch die Tragschicht mit maximal 20 cm pro Arbeitsschritt aufgetragen und anschließend mit Hilfe der Rüttelplatte verdichtet. Die optimale Höhe der Tragschicht beträgt 30cm bei Fußwegen und Terrassen, 40 cm bei Flächen und Wegen (auch Garageneinfahrten) und 50 cm bei Flächen, Straßen, Plätzen und Einfahrten, die von Lastkraftwagen befahren werden. Die Wegbegrenzung wird durch ein Bord oder eine in Beton gesetzte Pflasterschnur befestigt, denn Betonpflaster tendiert bei einer Dauerbelastung zum Wegrutschen. Die Tragschicht in solchen Fällen immer breiter angelegt werden als der eigentlich geplante weg, denn der Bord wird direkt auf die verdichtete Tragschicht in eine magere, grobkörnige Betonmischung gesetzt.

 

 

Bettungsschicht (Ausgleichsschicht): Unebenheiten ausgleichen

Auf die Tragschicht kommt die Bettungsschicht, welche aufgeschüttet und anschließend mit einem Brett abgezogen wird. Man verwendet für die Bettungsschicht gebrochenen Stein, jedoch keinen Sand. Die Körnung beträgt 5 mm, bei einem Großsteinpflaster 8 mm. Idealerweise beträgt die Bettungsschicht 4 cm zwischen Pflasterstein und Tragschicht. Dadurch erhält man eine absolut plane Fläche, auf welche das Pflaster oder die Platten gelegt werden können. Die abgezogene Fläche darf nicht betreten werden. Nun kann Stück für Stück mit der Verlegung der Pflastersteine gemäß Muster begonnen werden.

Fugenmaterial: Sand oder Material der Bettungsschicht verwenden

Meist wird Sand als Fugenmaterial verwendet. Falls die Pflasterung grobe Fugen aufweist, kann auch das Material verwendet werden, das als Bettungsschicht zum Einsatz kam. Auch Gesteinsmehl oder Quarzsand eignet sich als Fugenmaterial. Es ist zu beachten, dass das Fugenmaterial trocken aufgetragen wird. In den nächsten Jahren muss bei Bedarf Fugenmaterial nachgefüllt werden, hier können auch andere der genannten Materialien nachgefüllt werden, denn eine Materialmischung wird schlechter ausgewaschen.

Sonderfall Natursteinpflaster

Beim Verlegen von Natursteinpflaster sind die Besonderheiten des Materials zu beachten. Natursteinpflaster ist logischerweise ein natürliches Material, jeder Pflasterstein ist deshalb einzigartig. Im Gegensatz zu Betonpflastersteinen bedeutet dies, dass jeder Stein unterschiedlich hoch und breit ist. Deshalb müssen die Naturpflastersteine einzeln in die Bettungsschicht eingegraben und mit Hilfe eines Pflasterhammers eingeschlagen werden. Mit Hilfe der Rüttelplatte können abschließend Unebenheiten ausgeglichen werden. Naturpflastersteine haben den Vorteil, dass sie nicht nur optisch ansprechender und vielseitiger zu gestalten sind, sondern auch sehr robust. Schließlich verzahnen sich die einzelnen Naturpflastersteine, dafür sorgen die raue Oberfläche der Steine und die unterschiedliche Größe. Auch beim Natursteinpflaster ist ein Bordstein wichtig, sonst würde sich die Fläche seitlich verschieben können. Naturpflastersteine können in zahlreichen Mustern verlegt werden, besonderer Beliebtheit erfreuen sich der Reihenverband, Diagonalverband, Polygonalverband und Bogenpflaster. Betonsternpflaster wird in der Regel im Reihenverband, Diagonalverband, Römischer Verband, Zierverband oder Spezialverband (Knochensteine) verlegt. Außerdem kann mit Holz- oder Klinkerpflaster gearbeitet werden.

Fazit

Pflastersteine verlegen kann ganz einfach sein. Allerdings sollten die Grundlagen beachtet und wichtige Hinweise beherzigt werden. So kann nicht nur bares Geld und Zeit eingespart, sondern auch Stress vermieden werden. Im Vorfeld sollte man sich jeden Arbeitsschritt gut überlegen und eine Checkliste machen. Die einzelnen Arbeitsschritte sind genau zu beachten. Bevor man mit der Arbeit beginnt, sollte ausreichend Platz an der Baustelle vorhanden sein. Man sollte ein Bewusstsein dafür entwickeln, welche Bauweise, welches Material und welches Muster gewünscht sind und mit Hilfe eines Musterplans arbeiten.

  • Welche Bauweise sollte verwendet werden?
  • Wie hoch wird die Belastung der Pflastersteine sein?
  • Welches Material und Muster wird bevorzugt? Welche Pflastersteine verlegen?
  • Arbeiten nach Musterplan hilfreich?
  • Materialbedarf einkalkulieren.
  • Werkzeuge und Maschinen bereitstellen, kaufen oder mieten?
  • Hinweise zu den verschiedenen Schichten verinnerlichen

Bildnachweis Titelbild: © Artalis-Kartographie – Fotolia.com

4 Kommentare

  1. Eine tolle Anleitung danke dafür!

    Ich habe bei unserem Pflaster das Problem mit dem Unkraut. Es wächst quasi aus allen Fugen.
    Gibt es eine speziellen Fugensand der dies auch wirkungsvoll verhindert? Habt ihr da vielleicht Erfahrungen?

    Vielen Dank

  2. Beim Thema Fugensand haben wir schon einige Produkte in unserer Firma getestet.
    Leider gibt es noch nicht die optimale Lösung.
    In ungebundener Bauweise verwenden wir meist Steinmel oder einen gebrochenen Sand mit einer Korngröße von 0-5mm.

    Bei einer gebunden Bauweise eignet sich bei passendem Untergrund ein Kunstharzfugenmörtel.
    Hierbei sollten allerdings bereits bei der Verlegung auf eine Ausreichende Fugenbreite und die Auswahl der Pflastersteine geachtet werden.

  3. Vielen Dank für Ihre Tipps bzgl. der Verlegung von Pflastersteinen. Ihr Auflistung von Materialien hilft mir bei der Auswahl der Natursteine weiter. Ich denke, dass ich mich für Basalt entscheide. Haben Sie auch Tipps zur Pflasterreinigung?

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