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Ganz schön schattig: Sonnenschutz für die Terrassenüberdachung

Endlich ein schattiges Plätzchen: Sonnenschutz für die Terrassenüberdachung
Mit dem passenden Sonnenschutz die Terrasse beschatten. | Symbolbild (KI-generiert)

Ein Dach über dem Sitzplatz, und trotzdem flüchtet bei Sonne jeder nach drinnen? Wie Sie mit dem passenden Sonnenschutz für die Terrassenüberdachung wieder im Schatten sitzen und was Ihre Kübelpflanzen davon haben.

Die Vorfreude war groß. Endlich eine Terrassenüberdachung, endlich draußen sitzen, auch wenn es regnet. Dann kommt der erste sonnige Tag, und auf der Terrasse wird es richtig heiß. Die Sitzkissen glühen, und selbst der Oleander im Kübel lässt die Blätter hängen. Alle ziehen sich lieber nach drinnen zurück. Am Abend folgt der nächste Dämpfer. Pünktlich zum Essen schiebt sich die Sonne unter die Dachkante und blendet quer über den Tisch. Das Dach selbst ist nicht das Problem, ihm fehlt nur ein passender Sonnenschutz.

Terrassenüberdachung von oben beschatten

Ein Terrassendach aus Holz oder Ziegeln hält die Mittagssonne von selbst ab. Bei einem Glasdach sieht das anders aus. Und Glas ist heute sehr beliebt, weil es viel Licht durchlässt, langlebig und leicht zu reinigen ist. Mit dem Licht kommt an heißen Tagen allerdings auch die Wärme unter das Dach. Dann hilft Schatten von oben. Viele denken dabei gleich an eine Markise für die Terrassenüberdachung, doch zum Nachrüsten eignen sich auch Folie, Plissee oder ein Sonnensegel.


Aufdachmarkise

Wird es unter dem Glas richtig heiß, ist die Aufdachmarkise die stärkste Lösung. Sie liegt obenauf und fängt die Sonne ab, bevor sie überhaupt aufs Glas trifft. So entsteht die Wärme gar nicht erst unter dem Dach. Allerdings ist das Tuch dort oben Wind und Wetter ausgesetzt, und die Montage findet in luftiger Höhe statt.

Unterdachmarkise

Geschützter läuft die Unterdach- oder Unterglasmarkise. Sie sitzt direkt unter dem Glas, wo ihr Regen, Blütenstaub und Sturm nichts anhaben, und hält grelles Licht zuverlässig ab. Gegen Hitze hilft sie allerdings weniger, denn die Wärme ist dann schon durchs Glas gekommen und staut sich zwischen Dach und Stoff.

Sonnenschutzfolie

Ganz ohne Technik kommt die Sonnenschutzfolie aus. Sie kleben sie direkt auf die Scheiben, und schon bleibt ein Teil der Sonne draußen. Das ist günstig, hat aber einen Haken. Da sich die Folie nicht einfahren lässt, bleibt das Dach auch im Frühjahr und Herbst dunkler, selbst an trüben Tagen, an denen Sie sich über jeden Sonnenstrahl freuen.

Plissee

Gemütlicher wirkt ein Plissee. Es spannt sich zwischen den Sparren und faltet sich bei Bedarf zusammen wie eine Ziehharmonika. Da es sich Feld für Feld einsetzen lässt, beschatten Sie genau dort, wo Sie gerade sitzen. Gegen echte Hitze richtet ein Plissee allerdings wenig aus, es dämpft vorwiegend grelles Licht. Praktisch ist, dass sich viele Stoffplissees sogar waschen lassen.

Sonnensegel

Am günstigsten starten Sie mit einem Sonnensegel, das Sie unter dem Dach spannen. Dach und Segel ergänzen sich dabei gut, denn das Dach hält den Regen vom Stoff fern, und der Stoff hält die Sonne von der Terrasse fern. Wer gern selbst Hand anlegt oder erst einmal einen Sommer lang ausprobieren möchte, liegt damit richtig.

So verschieden diese fünf Lösungen auch sind, sie alle beschatten die Terrasse nur von oben. Morgens und abends steht die Sonne aber so tief, dass sie seitlich unter der Dachkante hindurch auf die Terrasse scheint. Dann hilft nur noch ein Schutz von der Seite.

Terrassenüberdachung seitlich beschatten

Seitlich geschlossene Senkrechtmarkisen an einer Terrassenüberdachung.
Senkrechtmarkisen schützen vor Sonne und neugierigen Blicken. | © Michal / stock.adobe.com

Am einfachsten gelingt das mit einer Senkrechtmarkise für die Terrassenüberdachung. Sie sitzt zwischen zwei Pfosten, seitlich oder vorn, je nachdem, woher die Sonne kommt, und funktioniert im Grunde wie ein Rollo für draußen. Je nach Modell lassen Sie den Stoff per Knopfdruck, mit einer Kurbel oder einfach von Hand so weit herunter, wie Sie ihn gerade brauchen, und oft reicht schon die halbe Höhe.

Achten Sie bei der Wahl jedoch unbedingt auf eine ZIP‑Führung. Einfache Senkrechtmarkisen hängen frei zwischen den Pfosten. Schon bei einer kräftigen Böe flattert der Stoff, und Sie fahren ihn lieber wieder ein. Bei der ZIP-Führung läuft der Stoff dagegen links und rechts in einer Schiene, sodass er auch dann straff bleibt, wenn der Wind auffrischt. Erst bei Sturm fahren Sie ihn hoch, so wie Sie auch den Sonnenschirm zusammenklappen würden.

Und gibt es das für jede Größe? Na klar, eine elektrische ZIP-Senkrechtmarkise nach Maß wird genau für Ihre Terrasse angefertigt.

» Tipp
Der Aufbau ist nicht kompliziert, verlangt aber etwas Sorgfalt, denn die Schienen gehören exakt in Waage. Für elektrische Modelle legt ein Elektriker den Strom bis an die Markise. Auf Wunsch übernimmt den Aufbau auch ein Fachbetrieb.

Blick in den Garten auf Knopfdruck

Viele fürchten, dass sie hinter dem Stoff nichts mehr vom Garten haben. Solange der Stoff unten ist, sehen Sie den Garten tatsächlich nur gedämpft. Doch sobald die Sonne weitergezogen ist, fahren Sie die Markise einfach wieder hoch. Umgekehrt ist von außen tagsüber ebenfalls kaum etwas zu erkennen, die Markise schützt daher auch die Privatsphäre. Erst abends, wenn unter dem Dach Licht brennt, sieht der Nachbar Umrisse. Wer auch dann ungestört sitzen möchte, pflanzt zusätzlich eine Hecke oder setzt auf einen Sichtschutz aus natürlichen Materialien.

Schatten ohne Hitzestau

Bleibt die Frage, ob es hinter dem geschlossenen Sonnenschutz stickig wird. Bei normalen Markisen lautet der Rat zwar, die Seiten offen zu lassen, damit sich die Hitze nicht staut, doch bei einem Screen-Stoff ist das nicht nötig, weil der Stoff Luft durchlässt. Er beschattet also, und ist luftdurchlässig. Angenehm ist es auch, wenn Sie nur die Seite schließen, von der die Sonne hauptsächlich hereinscheint. Leichter Regen und Wind machen dem Stoff nichts aus, Schlagregen hält das feine Gewebe aber nicht ganz ab, denn es ist vor allem als Blend- und Sichtschutz gedacht.

Sonnenschutz für Ihre Pflanzen

Vom Schatten haben übrigens auch Ihre Pflanzen etwas. Kübelpflanzen wie Zitrus und Hortensien, die im Frühjahr frisch aus dem Winterquartier auf die Terrasse ziehen, sind die kräftige Sonne noch nicht gewohnt. Im Schatten der Markise gewöhnen sie sich langsam daran, und das schützt sie vor Sonnenbrand. Lassen Sie die Markise in den ersten Wochen daher etwas weiter herunter und geben Sie den Pflanzen nach und nach mehr Sonne.

Auch im Hochsommer ist ein wenig Schatten von Vorteil, denn bei großer Hitze schließen Pflanzen mittags ihre Spaltöffnungen, um Wasser zu sparen, und lassen die Blätter hängen. Gärtner nennen das Mittagswelke. Meist erholen sich die Pflanzen am Abend wieder, sofern die Hitze nicht Tag für Tag anhält. Der schlappe Oleander vom Anfang ist also kein Einzelfall.

» Tipp
Stellen Sie Ziertabak, Wunderblume oder Abendlevkoje in Töpfen neben den Tisch, denn diese Pflanzen öffnen ihre Blüten erst am späten Nachmittag oder abends und duften dann besonders stark.

Mit Schatten von oben und von der Seite sitzen Sie wieder vom Frühstück bis zum Abendessen draußen, ohne grelle Sonne im Gesicht.

Über den Autor

Mandy

Mit Haus am See und gaaaaanz viel Garten und Natur drumherum, erlebe ich täglich "meine" Pflanzenwelten und kann diese zu allen vier Jahreszeiten genießen.

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