Sonnenbrand bei Pflanzen erkennen und vorbeugen

Sonnenbrand bei Pflanzen
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Zu viel Sonne kann auch bei Pflanzen einen Sonnenbrand verursachen. Mit den richtigen Maßnahmen können Sie Ihre Pflanzen vor Schäden durch die Sonne bewahren.

Die Sonne lacht! Viele unter uns freut es und sie lassen sich die Sonnenstrahlen auf die Haut brennen. Wieder andere ziehen sich in den Schatten zurück, weil ihnen die Sonneneinstrahlung nicht bekommt und ihrer Haut schadet. Mit den Pflanzen verhält es sich ähnlich. Daher sind sie darauf angewiesen, von uns den passenden Standort zugewiesen zu bekommen. Die Wirkung eines Sonnenbrands auf die Blättern einer Pflanze kann mit der Wirkung eines Sonnenbrandes auf die menschliche Haut verglichen werden. Die Haut wird durch die intensive Sonneneinstrahlung trocken und rau und verfärbt sich, abhängig vom Hauttyp, Braun oder Rot. Auch den Blättern der Pflanzen entzieht die Sonne die nötige Feuchtigkeit. Die Blätter verfärben sich, vertrocknen und fallen ab. Im Folgenden erfahren Sie mehr über den Sonnenbrand bei Pflanzen. Wir verraten Ihnen, welche Pflanzen dafür besonders empfänglich sind und wie Sie Sonnenbrand verhindern können.


Pflanzen brauchen Sonne, aber in Maßen

Das Sonnenlicht ist für Pflanzen unentbehrlich, denn sie benötigen es für die Photosynthese. Sonnenlicht in Maßen vertragen eigentlich alle Pflanzen. Zuviel Sonne dagegen kann auch für Pflanzen schädlich sein. Pflanzen möchten sich langsam und schrittweise an die Sonneneinstrahlung gewöhnen. Dann sind sie auch in der Lage, entsprechende Schutzpigmente zu bilden und sich so in gewisser Weise selbst vor schädlichem UV-Licht zu schützen. Werden die Pflanzen plötzlich dem Sonnenlicht ausgesetzt, weil die Sonne nach mehreren Regentagen wieder hervorkommt oder weil ihnen ein gewohnter Schattenspender genommen wird, bleibt nicht genug Zeit, damit die Pflanze ihren eigenen Schutzmechanismus in Gang setzt und es kommt nicht selten zu Sonnenbrand.

Nicht alle Pflanzen lieben die Sonne

Beinahe automatisch gehen viele Hobbygärtner davon aus, dass ihre Pflanzen unbedingt Sonne brauchen und wählen daraufhin einen möglichst sonnigen Standort aus. Doch jede Pflanze hat andere Ansprüche an ihren Standort. In der Regel wird in einen sonnigen, halbschattigen und schattigen Standort unterteilt.

Tipp: Achten Sie bei der Neugestaltung von Beeten oder Rabatten darauf, die Pflanzen entsprechend ihres Standortes auszuwählen.

Diese Pflanzen lieben die Sonne und holen sich nur selten einen Sonnenbrand:

  • Stechpalme
  • Agave
  • Palmlilie
  • Lavendel
  • Sommerflieder
  • Lupine
  • Stauden-Phlox

Schattenpflanzen haben in einer sonnigen Rabatte nichts verloren. Die Pflanzen besitzen empfindliches Laub, welches in der Sonne schnell verbrennen kann. Etwas Sonne schadet den Pflanzen nicht. Allerdings sollten sie keinesfalls in der prallen Mittagssonne ausharren müssen. Zwei bis drei Stunden Sonne am Morgen oder in den Abendstunden bekommen den Pflanzen in jedem Fall gut.

Diese Pflanzen mögen keine Sonne und bekommen schnell einen Sonnenbrand:

Sonnenbrand bei Pflanzen – Symptome

Steht eine Pflanze zu lang in der Sonne, heizen sich die Blätter derart stark auf, dass dies das Blattgewebe schädigt. Es kommt zu Blattverfärbungen. Diese können rot oder auch bräunlich oder gelblich ausfallen. In jedem Fall geht das Blattgrün verloren. Die betroffenen Blätter vertrocknen und sterben ab. Besonders junge Triebe sind schnell von Sonnenbrand betroffen.

Sonnenbrand vermeiden

  • Pflanzen langsam auf die Sonne vorbereiten
  • Pflanzen vor Sonne schützen
  • Richtig richtig gießen

Pflanzen langsam auf die Sonne vorbereiten

Wollen Sie die Pflanzen nach dem Winter zurück ins Freie zu bringen, sollten Sie nichts überstürzen. Setzen Sie die Pflanzen sofort dem intensiven Sonnenlicht aus, entsteht schnell Sonnenbrand. Daher sollten die Pflanzen zunächst im Halbschatten platziert werden und sich dort einige Wochen an die veränderten Temperaturen gewöhnen. Auch Schattenpflanzen, die nun einige Stunden Sonne abbekommen sollen, sind ähnlich zu behandeln. Täglich dürfen diese Pflanzen ein kurzes Sonnenbad nehmen.

Tipp: Pflanzen sollten in der Eingewöhnungszeit nicht der prallen Mittagssonne ausgesetzt werden.

Auch Pflanzen, die im Zimmer sonnig gestanden haben, müssen sich erst an einen sonnigen Standort im Freien gewöhnen. Durch die Fensterscheiben gelangt nur die UVA-Strahlung. Daher zerstört die Sonne schnell das Blattgrün. Die Pflanze verliert an Wasser und es bilden sich an den Blättern und Stängeln weiße Stellen heraus. Pflanzen, welche diesen Hitzeschock erleiden, sterben oft komplett ab.

Pflanzen besitzen bestimmte Mechanismen, um sich vor der Sonne zu schützen. Dem gingen US-amerikanische Forscher auf den Grund. Dabei stießen sie auf den Wirkstoff Sinapinsäure-Esther. Die Pflanzen stellen die Säure selbst her und leiten sie in die äußeren Schichten der Blätter weiter. So wird das Eindringen von Sonnenstrahlen verhindert. Die UV-Strahlen werden absorbiert und die Pflanze bedient sich sozusagen einer natürlichen Sonnencreme. Allerdings benötigen die Pflanzen eine gewisse Zeit, bis der Wirkstoff zur Verfügung steht. Daher bekommen Pflanzen, die man schnell und unerwartet der Sonne aussetzt viel schneller einen Sonnenbrand, als Pflanzen, die schrittweise an die Sonne gewöhnt werden.

Pflanzen vor Sonne schützen

Sie können natürlich auch für einen Sonnenschutz sorgen, indem Sie einen Sonnenschirm aufstellen oder ein Sonnensegel spannen. Auf dem Balkon kann die Markise entsprechend ausgefahren werden. Größere Pflanzen und Kübel können leichter an einen schattigen Standort transportiert werden, wenn man sie auf einen Untersetzer mit Rollen stellt. Bekommen Sträucher oder Obstbäume zu viel Sonne ab, lassen sich diese auch mit einem Vogelschutznetz bedecken und so vor zu starker Sonneneinstrahlung schützen. Beerensträucher bekommen zwar keinen Sonnenbrand im herkömmlichen Sinne, intensive Sonneneinstrahlung kann jedoch zu Rissen in der Haut der Beeren beitragen, welche die Frucht austrocknen lassen. Ähnliches geschieht mit Bäumen, die zu intensiver Hitze ausgesetzt sind. Die Baumrinde kann reißen, was den Baum schwächt und ihn angreifbar für Krankheiten und Schädlinge macht.

Tipp: Bäume an einem sonnigen Standort können mit weißer Spezialfarbe behandelt werden. Die Farbe kann die Sonnenstrahlen reflektieren und so Risse in der Rinde verhindern.

Pflanzen richtig gießen

Bei Sonnenschein brauchen Pflanzen viel Wasser. Dabei sollte aber nicht bei intensiver Sonneneinstrahlung gegossen werden. Achten Sie auch drauf, kein Wasser über die Blätter laufen zu lassen. Diese sind von der Sonne aufgeheizt und würden verbrennen. Die auf den Blättern befindlichen Wassertropfen bündeln dabei das Sonnenlicht, ähnlich wie bei einer Lupe. Gießen Sie immer dann, wenn die Sonneneinstrahlung noch nicht so stark ist, am besten am frühen Morgen. Dann ist der Boden nicht mehr zu sehr aufgeheizt und die Flüssigkeit kann bis zu den Wurzeln vordringen und verdunstet nicht an der Oberfläche.
Auch die Wahl der Pflanzgefäße kann entscheidend sein, wie stark Pflanzen unter Sonneneinstrahlung leiden. Plastiktöpfe heizen sich besonders schnell auf und die Hitze wird an die Wurzeln der Pflanze abgegeben. Verwenden Sie für sonnig platzierte Kübelpflanzen besser Tontöpfe. Diese bringen isolierende Eigenschaften mit.

Zusammenfassung der Schutzmaßnahmen

MaßnahmeErläuterung
Eingewöhnungszeit gewähren Im Zimmer oder Gewächshaus vorgezogene Pflanzen benötigen eine gewisse Eingewöhnungszeit und sollten nicht sofort in die pralle Sonne gestellt werden. Dies trifft auch auf Kübelpflanzen zu, welche im Frühling das Winterquartier verlassen. Stellen Sie die Pflanzen zunächst einige Zeit in den Halbschatten mit Abend- oder Morgensonne. Erst nach frühestens zwei Wochen sollte die Pflanze an ihren sonnigen Standort umziehen.
Sonnenschutz bieten Mit Sonnenschirmen oder Sonnensegeln bleiben Sie flexibel und können die Pflanzen bei Bedarf beschatten. Auch für Beerensträucher ist ein Schattenspender sinnvoll, damit die Früchte keine Risse bekommen. Hier bieten sich Vogelschutznetze an.
Gießfehler vermeiden Pflanzen sollten niemals in der prallen Mittagssonne gegossen werden. Gelangt dabei Wasser auf die Blätter, besitzt dies die Wirkung eines Brennglases und führt zu Verbrennungen. Gießen Sie immer direkt an den Wurzeln. Die beste Zeit für die Bewässerung von Pflanzen ist der frühe Morgen.

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