Obstbaumkrebs: Winterpilz erkennen und vorbeugen

Obstbaumkrebs vorbeugen
© Vera Aksionava - Fotolia.com

Werden Apfelbäume und Co. vom Pustelpilz Neonectria ditissima befallen, spricht man auch vom Obstbaumkrebs. Wir erklären, wie Sie dem Winterpilz vorbeugen.

Die aktuelle Jahreszeit eignet sich hervorragend dazu, sich ein Bild über die Gesamtsituation im Garten zu machen. Unter anderem ist hierbei der Zustand der Obstgehölze interessant. Denn: gerade jetzt haben viele Pilzarten oft ein leichtes Spiel. Die gute Nachricht: ein etwaiger Befall ist vergleichsweise einfach zu erkennen. Die schlechte Nachricht hingegen: die verschiedenen Pilzarten, die übrigens unter anderem als „Obstbaumkrebs“ (Neonectria galligena) bezeichnet werden, sind nicht nur gefährlich, sondern noch dazu auch ansteckend, so dass oft mehrere Bäume auf einem Grundstück von ihnen betroffen sind. Hierzu gehört nicht nur Steinobst, sondern auch verschiedene Arten von Laubbäumen.


Wie breitet sich der Winterpilz aus?

Winterpilz (Pustelpilz Neonectria ditissima) hat vor allem dann ein leichtes Spiel, wenn sich an einem Baum Frostrisse gebildet haben oder andere Wunden sichtbar sind. Auch das Wetter spielt im Zusammenhang mit der Infektion eine tragende Rolle. Generell ist eine Ansteckung nämlich das ganze Jahr hindurch möglich. Ist die Witterung jedoch besonders feucht, steigt auch die Wahrscheinlichkeit einer Pilzinfektion an. Weiterhin sind vor allem Bäume gefährdet, deren Baumkrone besonders dicht gewachsen ist.

Optische Hinweise auf Winterpilz

Breitet sich der Winterpilz an bzw. auf einem Baum aus, kommt es zu einem Einfallen der Rinde an der betreffenden Stelle. Weiterhin verfärbt sich der betroffene Bereich rotbraun und reißt mit der Zeit auf. In der nächsten Zeit entstehen dann regelrechte Wülste, die oft dafür sorgen, dass der Baum früher oder später abstirbt. Für vergleichsweise junge Bäume ist die Prognose hier zunächst in der Regel schlechter als für ältere Exemplare. Letztere schaffen es oft, ein wenig länger, auch mit Obstbaumkrebs, zu leben.

Ist der Befall weiter fortgeschritten, werden unter anderem auch die Triebe des Baumes nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Die Folge: sie welken. Etwas später bilden sich dann die sogenannten Sporenkapseln, kleine rote Kugeln, die von Fachleuten auch als „Rotpustelkrankheit“ bezeichnet werden.

Das Gefährliche: die besagten Kügelchen können platzen. Im Inneren befinden sich die Sporen, welche dann mit dem Wind über vergleichsweise große Distanzen getragen werden und dann natürlich auch andere Bäume anstecken können. Nicht nur die Bäume selbst, sondern auch deren Früchte sind betroffen und können anfangen, zu faulen.

So schützen Sie Bäume vor Winterpilz

Um Winterpilz zu bekämpfen, braucht es desinfizierte Gartengerätschaften. Nutzen Sie zum besagten Desinfizieren am besten Alkohol. Die vom Winterpilz befallenen Äste können dann einfach abgeschnitten werden. Wichtig ist es, die Gerätschaften immer wieder zu desinfizieren, um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden. Des Weiteren ist es unerlässlich, mit scharfem Werkzeug zu arbeiten, um den Baum nicht zusätzlich zu verletzen. Wurden alle Schnittarbeiten ausgeführt, gilt es, die Wunden abschließend mit Wundverschlussmittel zu behandeln.

Obstbaumkrebs vorbeugen – so geht’s

Besser, als Winterpilz zu bekämpfen, ist es natürlich, diesem effektiv vorzubeugen. Hierbei gilt:

  • Kontrollieren Sie Ihre Obstbäume in regelmäßigen Abständen (nicht nur im Frühjahr).
  • Sorgen Sie dafür, dass die Baumkrone nach dem Baumschnitt möglichst licht ist.
  • Führen Sie die Ernte an einem trockenen Tag durch.

Mit ein wenig Umsicht und einem wachen Auge kann so dafür gesorgt werden, dass Winterpilz bzw. Obstbaumkrebs erst gar nicht entsteht.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

(Ihr Kommentar erscheint erst nach einer kurzen Prüfung)