Gartengestaltung

Gemeinsam durchs Leben: Der Garten in verschiedenen Lebensphasen

Gemeinsam durchs Leben: Der Garten in verschiedenen Lebensphasen
Der Garten verändert sich im Laufe des Lebens - © Beenis / stock.adobe.com

Die meisten Gärten bleiben nicht ein Leben lang gleich. Sie passen sich vielmehr den jeweiligen Lebensphasen ihrer Besitzer an. Von Familienalltag bis in die reiferen Jahre.

Ein Privatgarten ist mehr als ein Stück gestaltetes Land – er ist gesellschaftlichen Trends unterworfen, verändert sich durch das unterschiedliche Wachstum der Pflanzen im Laufe der Zeit und ist immer auch Spiegel der Lebensreise seiner Besitzenden. Denn mit jeder Lebensphase verändern sich nicht nur der Alltag, sondern auch die individuellen Ansprüche an das grüne Wohnzimmer hinter dem Haus. Dr. Michael Henze vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL): “Diese ganz persönliche Entwicklung ermöglicht es, den eigenen Garten immer wieder neu zu denken und ihn den jeweiligen Lebensphasen von Familienalltag bis in reifere Jahre anzupassen.”

Gärten in Neubaugebieten werden immer kleiner

Gemeinsam durchs Leben: Der Garten in verschiedenen Lebensphasen
Foto: BGL. – Die Durchschnittsgröße von Privatgärten liegt heute bei etwa 350 Quadratmetern, vor rund 50 Jahren lag die Durchschnittsgröße noch bei rund 700 Quadratmetern.

Auffällig ist, dass die Gärten in Neubaugebieten tendenziell immer kleiner werden. Jüngere Zahlen geben als Durchschnittsgröße von Privatgärten heute etwa 350 Quadratmeter an. Vor rund 50 Jahren lag die Durchschnittsgröße noch bei rund 700 Quadratmetern. Die Gründe sind zum einen in der zunehmenden Urbanisierung und damit insgesamt geringeren Fläche für den Neubau zu finden, zum anderen in den deutlich gestiegenen Grundstückspreisen. Dennoch: Nach wie vor steht das Eigenheim mit Garten ganz oben auf der Wunschliste junger Menschen.


Der Garten in jungen Jahren

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Pflanzen stehen für junge Erwachsene auf Platz 1 – © nyul / stock.adobe.com

Doch was genau wünschen sich junge Menschen von ihrem eigenen Grundstück? Das wollte auch die Professur für Gartenbauökonomie der Universität Geisenheim wissen und befragte im September 2024 im Rahmen eines Münchener Musikfestivals junge Menschen zum Thema “eigener Garten”. Das Ergebnis: Pflanzen stehen für die jungen Erwachsenen mit großem Abstand auf Platz Eins. An zweiter Stelle fielen Begriffe wie Ruhe und Gemütlichkeit. Der Garten soll ein Ort sein, an dem man entspannen und sich mit Familie und Freunden aufhalten kann. Soweit die Vorstellung, doch Fakt ist auch, dass junge Erwachsene, ob als Singles, kinderloses Paar oder Familie mit Nachwuchs, nach dem Hauskauf oft zunächst finanziell stark belastet sind. Der Traum vom perfekt geplanten und angelegten Garten rückt dann meist etwas nach hinten. Stattdessen werden per Zufall, bei besonderen Angeboten und nach Tageslaune spontan Pflanzen gekauft und hier und dort in den Garten gesetzt. Das macht jedoch selten auf Dauer glücklich.

Gerade auch bei der Pflanzenauswahl rät der Experte, nicht spontan zuzugreifen. Manches Angebot mag auf den ersten Blick günstig erscheinen, aber um auf Dauer zufrieden zu sein und vitale Beete, Hecken und Bäume zu erhalten, sollte man auf Licht- und Bodenverhältnisse ebenso achten, wie auf die Gesamtgestaltung des Grundstücks. “Wirklich nachhaltig ist es, den Garten langfristig zu planen, Pflanzen standortgerecht auszuwählen und dauerhafte Elemente wie Wege, Terrassen und Hecken von Beginn an solide anzulegen”, weiß Dr. Henze vom BGL aus Erfahrung. Hierbei helfen Landschaftsgärtnerinnen und Landschaftsgärtner. Sie beraten hinsichtlich gestalterischer Möglichkeiten und empfehlenswerter Pflanzen. All das kann dann nach und nach umgesetzt und so der persönliche Traumgarten Wirklichkeit werden.

Lesetipp: Alles nach Plan: Vom Grundstück zum Traumgarten!

Familienzeit zwischen Spielplatz und Nutzgarten

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Für Kinder wird der Garten oft zum Spieleparadies – © Annabell Gsödl / stock.adobe.com

Bei Familien mit Kindern verändert sich die Perspektive auf das Grundstück. Der Wunsch nach einem Kinderspielplatz wird groß, ebenso das Thema Sicherheit. Was jedoch gleich bleibt, ist die Größe des Gartens. Das bringt gewisse Umgestaltungen mit sich: Beete werden zur Sandkiste, Rasenflächen zur Spielwiese mit Klettergerüsten – während das Teichufer gesichert und der Pool abgedeckt werden muss. Hier ist Kreativität gefragt und praktisches Know-how.

Landschaftsgärtner*innen wissen, was ein Garten mit Kindern bieten muss, damit die Kleinen ihren Spaß haben, während die Großen weiterhin die Pflanzenvielfalt genießen und entspannen können. Oft rücken in dieser Zeit Naturerfahrung und Naturerlebnis verstärkt in den Mittelpunkt. Viele Eltern wünschen sich Gemüsebeete, Hochbeete oder beerentragende Sträucher, aber auch Komposter oder Wurmkisten, Regentonnen und Zisternen, naturnahe Bereiche für Vögel, Igel und Co., um ihrem Nachwuchs die Kreisläufe und Prozesse der Natur näherzubringen. Der Garten wird zum privaten Erfahrungsraum, der Erziehung, Ernährung und Bewegung miteinander verbindet.

Wenn die Kinder größer werden, verändert sich der Garten erneut. Aus dem Spielplatz entsteht ein Ort der Begegnung: gemütliche Sitzecken laden zu Kaffee und Gesprächen ein, ein Grillplatz zu geselligen Abenden. Viele Haus- und Gartenbesitzer haben in dieser Lebensphase auch mehr Zeit und Geld für den Garten und entdecken Freude an gestalterischen Elementen wie besonderen Zierpflanzen, Wasserspielen oder etwa einem schmucken Gewächshaus. Je nach persönlicher Vorliebe dient es zur Anzucht von eigenem Gemüse, zur Überwinterung von mediterranen Kübelpflanzen oder als geschützter Außenraum für die nachmittägliche Teestunde. Der Garten wird mehr und mehr zu einem Ort der Erholung und des Genusses.

Der Garten als Rückzugsort im Alter

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Senioren nutzen den Garten oft als Rückzugsort – © Kzenon / stock.adobe.com

Mit zunehmendem Alter gewinnen Pflegeleichtigkeit und Barrierefreiheit an Bedeutung. Stufenfreie und rollatorfreundliche Wege, Hochbeete oder leicht erreichbare Obststräucher erleichtern die Nutzung. Der vordere Gartenbereich entwickelt sich zum Aufenthaltsort im Grünen, während der hintere zumeist weniger aktiv genutzt wird. Dort können nun ausladende Gehölze und großzügige Beete ihren Platz finden. Wichtig dabei ist ein einfaches Pflegekonzepte: extensive Staudenbeete, Wildblumenwiesen oder pflegeleichte Rasenersatzpflanzen. Diese erfordern wenig aktive Zuwendung, lassen sich aber wunderbar aus der Entfernung – von der Terrasse oder aus dem Haus – beobachten und so die Jahreszeiten genießen.

Weitere Informationen und Tipps zur Gartengestaltung sowie die Kontaktdaten zu Profis für Garten und Landschaft in Ihrer Nähe finden Sie unter www.mein-traumgarten.de.

Quelle: BGL

Über den Autor

Mandy

Mit Haus am See und gaaaaanz viel Garten und Natur drumherum, erlebe ich täglich "meine" Pflanzenwelten und kann diese zu allen vier Jahreszeiten genießen.

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