Maulwurf und Wühlmaus – wie können ungebetene Gäste vertrieben werden?

Maulwurf im Garten

Ein Maulwurfhügel im Gras erfreut wohl nur die wenigsten Gartenbesitzer – da muss es nicht unbedingt ein fein gepflegter, exakt geschnittener, englischer Rasen sein. Und Wühlmäuse werfen nicht nur Hügel auf und durchpflügen den Garten, sondern fressen sich auch noch an Gemüsebeeten und frischen Wurzeln satt. Doch während diese immerhin als Schädlinge eingestuft werden, steht der Maulwurf bereits seit Jahrzehnten unter strengem Naturschutz. Das bedeutet, er darf nicht gefangen, gejagt und schon gar nicht getötet werden. Trotzdem ist der Gärtner dem Tier nicht ganz wehrlos ausgeliefert – es gibt ausreichend sanfte Mittel und Wege, den Plagegeist zu vertreiben.

Maulwürfe sind sehr nützliche Gartenbewohner

Während bei Wühlmäusen ein frühzeitiges Eingreifen sinnvoll und mitunter auch notwendig ist, sollte sich ein Gartenbesitzer zunächst einmal die Vorteile eines Maulwurfes vor Augen führen. Denn anders als häufig angenommen wird, sind Maulwürfe reine Fleischfresser und beeinträchtigen in keinem Fall Pflanzen, sonder helfen diesen sogar. Da sie keinen Winterschlaf halten, fressen sie das ganze Jahr über eine große Menge an Schädlingen – von Schnecken über Engerlinge bis hin zu Insektenlarven. Ein einzelnes Tier vertilgt täglich beinahe die Hälfte seines Gewichts an Insekten. Von Januar bis Dezember kommen so oft mehr als 36 Kilogramm Nahrung zusammen, weshalb der Maulwurf ein ebenso wirkungsvolles wie ungefährliches Insektenschutzmittel darstellt. Darüber hinaus lockert er den Boden auf, durchlüftet ihn und vermischt Nährstoffe.


Wühlmäuse können zur Plage werden

Während Maulwürfe zudem noch Einzelgänger sind und Rivalen nur in Ausnahmefällen innerhalb ihres Territoriums dulden, unterscheidet sich die Situation bei Wühlmäusen vollständig davon. Sie fressen nicht nur Pflanzen und bevorzugt junge, zarte Wurzeln, sondern vermehren sich auch noch sehr schnell. Sie sollten deshalb möglichst unverzüglich bekämpft werden, um größere Schäden zu vermeiden. Am besten eignet sich dafür das Frühjahr, aber auch im Herbst lassen sich gute Resultate erzielen. Im Sommer sind die Vegetation und das Wurzelwerk hingegen häufig zu dicht, um effektive Maßnahmen zu ergreifen.

Maulwurf oder Wühlmaus entscheidet über die Gegenmaßnahme

Um die richtigen Schritte einleiten zu können, muss erst einmal der Bewohner sicher identifiziert werden. Deutliche Hinweise ergeben sich zunächst aus dem wichtigsten Beweismittel: dem Hügel. Maulwurfshügel sind rund, während Wühlmäuse dazu neigen, längliche Gänge an die Oberfläche zu graben. Deshalb sehen ihre Hügel oft eher länglich aus. Noch deutlicher wird es, wenn der Gartenbesitzer die Erde entfernt, denn das Loch liegt bei einem Maulwurf deutlich in der Mitte, während eine Maus sich von der Seite nähert. Letzte Zweifel beseitigt die Verwühlprobe: Dazu wird der Boden in direktem Umkreis zu einem Loch mit einem dünnen Stab untersucht, bis ein Gang ausfindig gemacht ist. Anschließend wird dieser in einer Länge von ca. 30 cm aufgegraben. Ist das Loch am nächsten Tag wieder verschlossen, sind Mäuse am Werk, denn ein Maulwurf gräbt in diesem Fall einen neuen Gang.

Wühlmäuse dürfen aktiv bekämpft werden

Die Wühlmaus ist ein anerkannter Schädling und darf mit allen Mitteln bekämpft werden. Im Handel sind dazu eine Menge Fallen erhältlich, die die Tiere entweder lebend fangen oder sogar töten. Am wirkungsvollsten ist es, diese direkt in oder an einem Eingang zu positionieren. Als Köder eignen sich aromatische Wurzelgemüse wie Sellerie oder Karotten. Effektiv ist das Aufstellen vor allem im Herbst und im Frühjahr, weil dann die Nahrung knapp ist und die Tiere jedes Angebot nutzen. Um keine Geruchsspuren zu hinterlassen, die die Nager abschrecken, sollten Handschuhe getragen oder die Fallen einmal kurz mit Erde abgerieben werden. Um Mäuse zu vertreiben, kann auch Gas eingesetzt werden. Im Handel gibt es Granulate, die in die Stollen gestreut werden und in Verbindung mit Feuchtigkeit einen unangenehmen Geruch freisetzen. Es handelt sich also keinesfalls um Gift, sondern lediglich um ein Mittel, das die Bewohner in die Flucht schlägt. Gerade im Frühjahr sollte zudem Prävention betrieben werden. Dazu werden Obstbäume beim Anpflanzen in ein besonderes Geflecht aus Maschendraht gesetzt, das von den Mäusen nicht durchdrungen werden kann. Für Blumenzwiebeln gibt es vergleichbare Pflanzkörbchen, die die jungen Wurzeln schützen.

Maulwürfe müssen sanft vertrieben werden

Es ist streng verboten, einem Maulwurf Schaden zuzufügen oder ihn zu fangen. Zum Glück sind die kleinen Tiere jedoch relativ sensibel und suchen sich meist ein neues Umfeld, falls sie sich in ihrer Umgebung nicht mehr wohlfühlen. Belästigt fühlen sie sich insbesondere durch intensive Gerüche, die durch ihre Gänge ziehen, denn wie viele Tiere mit schlechter Sehkraft können auch Maulwürfe ausgezeichnet riechen. Geeignet sind viele Stoffe wie Knoblauchsud oder Buttermilch, in extremen Fällen sollen auch Fischköpfe oder sogar Buttersäure helfen. Geruchsloser, aber ebenfalls effektiv sind menschliche Haare, denn Maulwürfe schätzen die Anwesenheit von Menschen nicht sonderlich. Er ist auch dem Alkohol abgeneigt, weshalb umgedrehte Weinflaschen in den Löchern eine ähnliche Wirkung haben. Werden diese schräg in die Hügel gesteckt, ergibt sich noch ein zweiter gewünschter Effekt. Der Wind bringt die Flaschenböden zum Schwingen, wodurch Schallwellen im Ultraschallbereich ausgestrahlt werden. Nach diesem Prinzip funktionieren auch Maulwurfschreck oder -pieper genannte Geräte, die in den Boden gesteckt werden und die Tiere ebenfalls durch hohe Frequenzen aus ihrem Umkreis vertreiben.

Titelbild: © faraonvideo – Fotolia.com

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