Zimmerpflanzen

Orchideen (Orchidaceae)

Orchideen

Mit über 20.000 Arten gehören Orchideen zu einer der größten Pflanzenfamilien weltweit. Die bedecktsamigen Blütenpflanzen üben ihre große Faszination vor allem durch ihre prächtigen Blüten aus und werden oft zu den schönsten Zimmerpflanzen gezählt. Keine andere Pflanzenfamilie verfügt über ein solch breites Spektrum an Blütenfarben und -formen. Die Größe der Blüte reicht von wenigen Millimetern bis zu 20 Zentimetern bei sehr großen Exemplaren. Die Farben von Orchideen muten sehr edel an. Die Palette reicht von zart schimmerndem Weiß über sanfte, romantisch anmutende Blau- und Grüntöne bis hin zu kräftig leuchtenden Rot- und Gelbtönen. Manche Orchideen haben sogar mehrfarbige Blüten. Die Vielfalt dieser Pflanze lädt geradezu zum Sammeln unterschiedlicher Exemplare ein. Orchideen sind sehr ausdauernd und pflegeleicht und somit auch gut für Anfänger und Leute ohne „grünen Daumen“ geeignet. Sie blühen fast dauerhaft und können dem Besitzer über mehrere Jahre hinweg Freude bereiten.

Gattungen, Arten und bevorzugter Standort

Orchideen zeichnen sich durch eine große Artenvielfalt aus. In rund 1.000 Gattungen können 15.000 bis 30.000 Arten unterschieden werden. Die bekannteste und weitverbreitetste Gattung ist die Phalaenopsis. Ihr Name kommt aus dem Griechischen und ist eine Kombination aus „Nachtfalter“ (phalaina) und „Aussehen“ (opsis), wohl weil die Blüten der Phalaenopsis aussehen wie tropische Nachtfalter. Vor allem die Hybridformen der Phalaenopsis sind sehr pflegeleicht. Am besten gedeiht die Orchidee an einem hellen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung und bei Temperaturen von 15 bis 35 Grad. Den Winter übersteht sie aber auch bei 5 bis 10 Grad und wenig Licht, dies fördert sogar die Ausbildung von Blüten. Manche Orchideenarten verlieren ihre Blüten und Blätter bei klimatischen Veränderungen, zum Beispiel bei der Umstellung von Sommer auf Winter. Wenn der nächste Vegetationszyklus beginnt, bilden sie in der Regel wieder neue Blüten und Blätter aus. Manche Arten bilden aber auch gar keine Blätter aus und wieder andere werfen ihre Blätter nur ab, wenn sie unter sehr ungünstigen Bedingungen wachsen müssen.

Pflege

OrchideeOrchideen brauchen nur wenig Wasser und Pflege, um zu überleben. Von Natur aus kommen sie überwiegend im Urwald vor und leben dort epiphytisch, das heißt, sie wachsen nicht in der Erde, sondern auf anderen Pflanzen, in der Regel auf Bäumen. Im Winter sollte man einmal die Woche, im Sommer zweimal wöchentlich gießen. Idealerweise verwendet man zimmerwarmes Regenwasser oder weiches Leitungswasser. Dabei sollte man unbedingt darauf achten, dass keine Staunässe entsteht. Sonst verfaulen die Wurzeln und die Pflanze stirbt ab. Um falsches Gießverhalten zu vermeiden, kann man die Pflanze auch ein- bzw. zweimal wöchentlich in ein Wasserbad stellen. Nach einigen Minuten einfach die überschüssige Flüssigkeit abfließen lassen und die Pflanze zurück in den Übertopf stellen. Manche Orchideenarten bilden Luftwurzeln aus, die auch über den Topf hinausragen. Diese mögen auf den ersten Blick etwas „unschön“ wirken, sollten aber auf keinen Fall abgeschnitten werden, da die Pflanze über die Wurzeln Nährstoffe aufnimmt. Orchideen brauchen wenig bis gar keinen Dünger. Einmal im Monat kann man ein spezielles Orchideen-Düngemittel (zum Beispiel einen Spritzer Flüssigdünger) dem Wasserbad beigeben. Den meisten Orchideen reicht aber auch einfach der richtige Standort und sparsames Bewässern, damit sie gedeihen und blühen. Ab und zu sollte man Blätter und Luftwurzeln mit etwas Wasser besprühen, schließlich sind die tropischen Pflanzen von Natur aus eine hohe Luftfeuchtigkeit gewohnt.


Tipps für den Orchideenkauf

Am besten kaufen Sie Orchideen in einem Fachgeschäft oder direkt beim Züchter. Beim Kauf sollten Sie darauf achten, dass Knospen und Blüten unbeschädigt sind. Die sichtbaren Wurzeln sollten grün bis weißlich sein und weder vertrocknet noch matschig aussehen. Eine gesunde Pflanze hat pralle, grüne Blätter. Achten Sie zudem auf das Substrat im Pflanztopf. Dieses sollte auf keinen Fall zu wässrig oder matschig sein, denn dies deutet auf eine falsche Pflege hin. Beim Transport sollte man (wie auch beim Standort) beachten, dass Orchideen aufgrund ihrer tropischen Herkunft nicht zu lange der Kälte ausgesetzt werden sollten.

Bildnachweis Titelbild: © Andrei – Fotolia.com

Über den Autor

Ringo Dühmke

2009 aufs Land gezogen und seitdem mit Hof, Garten und Katze zwischen Stauden und Obststräuchern aufgeblüht.

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