Stauden vermehren – So machen Sie es richtig

Stauden vermehren Anleitung
Stauden vermehren - © LianeM - Fotolia.com

Zur Pflanzengruppe der Staude zählt im Wesentlichen jede Blütenpflanze, die nicht wie Bäume oder Sträucher verholzt, sondern immer weich bleibt. Stauden können mehrere Jahre überdauern, wobei ihre Blüten nach jeder Vegetationsperiode absterben und im Folgejahr erneut aus der Wurzel ausschlagen. Um Stauden zu vermehren, müssen Sie nicht immer unbedingt einen neuen Samen säen. Es besteht auch die Möglichkeit der vegetativen Vermehrung, bei der -besonders praktisch- bereits bestehende Pflanzenteile entnommen und neu eingepflanzt werden.

Das brauchen Sie zur Staudenvermehrung

Um Stauden zu vermehren, benötigen Sie die folgenden „Zutaten“:


  • gesunde Mutterpflanzen
  • scharfe Messer, Scheren
  • Töpfe oder Saatkisten
  • Nährboden
  • Wasser.

So vermehren Sie Stauden richtig

Damit Ihre Stauden effektiv, natürlich und gesund vermehrt werden können, müssen einige Punkte beachtet werden.

  1. Ausläufer abstechen:
    Stauden, die lange, überirdische Triebe bilden, können Sie mit einem Spaten abstechen und in einem Topf mit frischem Humus einpflanzen.
  2. Stecklinge an bzw. mit der Wurzel abschneiden:
    Stauden, die über den Sommer hinweg lange Stängel, jedoch wenige Wurzeln ausbilden, können Sie Stecklinge nah am Erdboden entnehmen. Dieses Vorgehen ist besonders in den ersten Frühlingswochen sehr erfolgversprechend. Versuchen Sie am besten auch, ein wenig Wurzelgewebe mit abzuschneiden, so hat ihr Steckling gute Chancen, gut anzuwachsen.
  3. Stecklinge am Endstück abschneiden:
    Entnehmen Sie der Pflanze einen Steckling am Ende des Stängels. Schneiden Sie hier direkt unter einem Blattknoten ab. Die beste Zeit dafür liegt zwischen April und Juni.
  4. Wurzeln teilen:
    Graben Sie eine Wurzel aus und brechen Sie das junge, weiche Wurzelstück am Randbereich des Geflechts heraus. Achten Sie darauf, dass sich mindestens eine Blattknospe am Teilstück befindet.
  5. Wurzeln in Stücke schneiden:
    Besitzt Ihre Staude wenig verwurzelte, aber dafür fleischige Wurzeln, so graben Sie während der Wachstumsruhe im Winter eine Wurzel der Mutterpflanze aus und schneiden (oder brechen) Sie junge, weiche Wurzelstücke am hinteren Stück des Wurzelgeflechts in fünf bis zehn Zentimeter lange Stücke. Schrägen Sie das untere Ende an. Stecken Sie die Stücke dann in weiche Erde.
  6. Schnittlinge an der Wurzel:
    Reißen Sie am Wurzelansatz der Mutterpflanze einen bodennahen und bereits verdickten Stängel mit Blättern ab und pflanzen Sie diesen dann ein.
  7. Die Mutterpflanze teilen:
    Mit einem Spaten teilen Sie die Mutterpflanze genau in der Mitte. Setzen Sie die neue Pflanze direkt wieder in den Boden. Aber Achtung: genau das gelingt nicht bei verholzten oder stark verwurzelten Pflanzen!
  8. Samen aussäen:
    Wilde Stauden lassen sich am besten mit der ältesten und klassischsten Vermehrungsform vervielfältigen. Im Herbst ernten Sie die Saat und pflanzen sie sofort in einen Topf oder in ein Beet. Sie können die Saat aber auch alternativ über den Winter hinweg trocknen.

Staudenvermehrung mit Teilen der Mutterstaude vs. Samen
– worin liegt der Unterschied?

Die vermehrten Stecklinge sind exakte Kopien der Mutterpflanzen. Sie erhalten also eine in Form und Farbe identische Pflanze. Außerdem sind die Pflanzenteile im Vergleich zu einem Samen schon ausgeprägt und können schnell anwachsen und gedeihen.

Durch die Vermehrung mit Samen erhalten Sie verschiedene Pflanzen. Wundern Sie sich also nicht, wenn die Saat eine ganz andere Blütenfarbe hervorbringt, als die Farbe der Mutterblüte.

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