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Der Boden als Lebensraum

Um einen wundervollen Garten in jeder Jahreszeit zu haben sollte man sich vielleicht vorher ein wenig mit der Beschaffenheit des eigenen Gartens beschäftigen. Da natürlich nicht jeder Heimgärtner ein Experte auf dem Gebiet der Bodenkunde sein kann, haben wir uns einmal für Sie schlau gemacht und möchten dies nun in einer wöchentlichen Reihe mit Ihnen teilen.

Übersicht

Als Einsteig beschäftigen wir uns mit dem Boden als Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Menschen. Später wenden wir uns dezidierter den einzelnen Teilbereichen wie beispielsweise der Bodenfruchtbarkeit, den Bodentypen und weiteren Interessanten Dingen rund um das Thema Böden zu.


Allgemein

Kommen wir nun aber zum eigentlichen Thema des Artikels: der Boden als Lebensraum. Einleitend lässt sich sagen, dass der Boden zur Lithosphäre gehört und somit einer der drei Lebensräume ist, der den Lebewesen auf der Erde zur Verfügung steht. – Die anderen beiden sind die gasförmige Atmosphäre und die flüssige Hydrosphäre. Der typische Boden ist hierbei eine äußerst kleine Grenzschicht, die zwischen der Lithos- und Atmosphäre liegt und durch verschiedenste Austauschprozesse mit ihnen interagiert. Gebildet wird er durch mehrere Faktoren, welche interagieren und gemeinsam die Bodenschicht bedingen. Die wichtigsten sind: Zeit, Klima, Lebewesen, Topographie/Relief und Ausgangsgestein.

Die Pedosphäre

Im Boden, bzw. der Pedosphäre laufen ständig Umwandlungsprozesse ab, die sowohl chemischer als auch physikalischer oder mechanischer Natur sein können und sich auf die Qualität des Bodens auswirken. Der Umgang mit und der Schutz von Böden ist nebenbei im Bundesbodenschutzgesetz verankert und erläutert umfassend die Querschnitts- und Koordinierungsaufgaben des Bodens, die durch einen permanenten Entwicklungsprozess gekennzeichnet ist.

Das Edaphon

In einem Kilogramm „gesunden“ Boden leben bis zu 100 Milliarden Bakterien und Pilze, bis zu 10 Millionen Mikroorganismen (Amöben, Wimperntiere, Fadenwürmer, Springschwänze usw.) und meistens zwischen 10 und 50 kleinere „Tiere“ wie Tausendfüßler, Regenwürmer und Käfer. Die Gesamtheit dieser Organismen bezeichnet man als Edaphon.

Das Zusammenspiel

Durch die Verbindung von Pedon und Edaphon ergibt sich ein Boden, der mal mehr oder weniger gut zu bearbeiten ist. Egal ob als heimischer Garten, Acker- oder Siedlungsfläche. Sollten Sie also im heimischen Garten bemerken, dass Ihre Pflanzen nicht mehr so wachsen wie Sie es gewohnt sind, oder Sie gerne testen wollen was generell noch möglich ist, wollen wir direkt noch ein paar Tipps verteilen, die sich noch kurz vor dem Wintereinbruch durchführen lassen.

Die Bodenverbesserung

Zwar ist es zu dieser Zeit nur noch an einigen ausgewählten Tagen wirklich einladend seine Zeit draußen zu verbringen, aber wenn es das Wetter zulässt empfehlen wir als einfachste Möglichkeit der Bodenverbesserung das Herbstmähen.

Durch das mähen der herbstlichen Wiesen gelangen Sie schnell an eine äußerst gehaltvolle Verbindung von Rasenschnitt und zerkleinerten Blättern. – Statt diese in der grünen Tonne zu entsorgen empfehlen wir diese nährstoffreiche Mischung für Ihre Beete. Egal ob nun eingearbeitet und untergeharkt oder als Abdeckung obendrauf werden den ganzen Winter über wichtige Nährstoffe freigesetzt und erhöhen so auf jeden Fall das Pflanzvergnügen im nächsten Frühjahr.

Das Zusatzwissen

Sollte Ihnen diese erste, aber knappe Einleitung zu einem sehr komplexen Thema zwar gefallen haben aber direkt Lust auf mehr gemacht haben, dann empfehlen wir Ihnen noch die sehr informativen Seiten der Universität Münster. Mich haben sie jedenfalls durch fachliche, interessante aber immer verständliche Artikel erfolgreich durch mein Studium der Bodenwissenschaften und des Ressourcenschutzes gebracht.

Hier geht es zum ersten und zweiten Teil der Reihe.

Bildnachweis: © amenic181 – Fotolia.com

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