Gartengestaltung

Wie Sie die Gartengestaltung schon beim Hausbau planen

Hausbau Gartenplanung
Foto: BGL. - Die Positionierung des Hauses wirkt sich direkt auf die Größe des (Vor-)Gartens aus. Daher sollte sie schon früh bedacht werden, damit alle gewünschten Elemente und Pflanzen ausreichend Platz haben.

Hausbau und Gartenplanung gehören zusammen. Doch wann fängt man am besten mit der Gartenplanung an – nach, vor oder während dem Hausbau?

Ein Haus mit Garten ist der Traum vieler Familien: das eigene, individuelle Reich mit grüner Oase zum Entspannen. Ergattert man Baugrund und plant einen Neubau, dann kann man die eigenen Vorstellungen sogar von Beginn an in die Planung integrieren. Auch der Garten lässt sich perfekt auf die eigenen Ansprüche anpassen. Aber wann fängt man am besten mit der Gartenplanung an – nach, vor oder während dem Hausbau?

„Viele Eigenheimbesitzerinnen und -besitzer konzentrieren sich zuerst ausschließlich auf das Gebäude, bevor sie sich um den Garten Gedanken machen“, weiß Dr. Michael Henze vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL). „Dabei ist es am besten, Haus und Garten von Anfang an zusammen zu denken. Bezieht man die Landschaftsgärtnerinnen und -gärtner schon früh mit ein, entsteht ein harmonisches Ganzes.“


Erst Haus, dann Garten?

Ganz klar: Die Bepflanzung des Gartens geschieht im Anschluss an den Hausbau. Anders ist es aufgrund der großen Maschinen während der Bauphase und der Erdbewegungen auf dem Grundstück nicht (gut) möglich. Doch nicht alles muss bis dahin warten. So kann einiges schon im Vorfeld geklärt oder bei der Gesamtplanung mitgedacht werden. Dazu gehört zum Beispiel die Frage, ob das Haus später eine Fassaden- oder Dachbegrünung bekommen soll. Infolge des Klimawandels mit häufigeren trockenen Hitzesommern oder mehr Starkregenfällen werden diese grünen Anpassungsstrategien immer wichtiger.

Auch die Positionierung des Hauses sollte bedacht werden. Zwar bespricht man diese in erster Linie mit einer Architektin oder einem Architekten und dem Bauunternehmen. Gleichzeitig wirkt sich diese Entscheidung direkt auf die zukünftige Gartenaufteilung aus. „Wenn möglich, bezieht man daher auch die Expertinnen und Experten für Garten- und Landschaftsbau frühzeitig mit in die Diskussion ein. So lassen sich gewisse Fragen bereits vor dem Hausbau klären“, so Dr. Henze vom BGL. Mögliche Fragen sind dann:

  1. Wie groß muss der Vorgarten sein, damit Mülltonne, Fahrradständer, smarte Lichtinstallation, vielleicht sogar eine Ladesäule und natürlich die gewünschten Pflanzen ausreichend Platz haben?
  2. Wie sollte das Grundstück hinter dem Haus gestaltet und wo welcher Bereich angelegt werden?
  3. Wie viel Platz brauchen der Teich, das Gartenhaus oder die Terrasse?
  4. Wo gibt es die besten Lichtverhältnisse?

Die Antworten können die Raumaufteilung, die Fenstergröße und weitere Aspekte der Feinplanung des Gebäudes deutlich beeinflussen.

Unterirdisch starten

Mutterboden nutzen
Foto: BGL. – Der Boden, der während des Hausbaus anfällt, kann im Garten für gestalterische Modellierungen verwendet werden – zum Beispiel für höher gelegene Sitzbereiche und Beete, die eine tieferlliegende Feuerstelle einrahmen.

Wer zusammen mit den Fachleuten schon früh ein konkretes Bild vom Garten zeichnet, kann einige Arbeitsschritte bereits während der Bauphase umsetzen (lassen). Das spart Zeit, Ressourcen und meist sogar Kosten. Insbesondere unterirdische Arbeiten bieten sich jetzt an, denn große Maschinen kommen in der Regel leichter an die entsprechenden Grundstücksbereiche. Wenn das Haus noch nicht steht: zum Beispiel, um Stromkabel für Lichtquellen zu verlegen, die Terrasse anzulegen oder den Teichfilter zu installieren, Wasserleitungen für eine automatische, individuell eingestellte Bewässerungsanlage oder auch eine unterirdische Zisterne einzurichten, in der Regenwasser aufgefangen und gespeichert wird – perfekt zum Gießen für Trockenperioden in den kommenden Sommern.

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„Auch eine mögliche Modellierung des Grundstücks sollte früh angedacht werden, um den Geldbeutel zu schonen“, weiß Dr. Michael Henze. „Denn während des Hausbaus fällt meist viel Boden an, auch guter Mutterboden. Dieser wird in der Regel kostenintensiv abtransportiert, dabei könnte er häufig an anderer Stelle weiterverwendet werden. Bei Gärten mit Hanglage lassen sich damit Ebenen schaffen, die Platz für höher gelegene Sitzbereiche oder blühende Beete bieten.“

Gehölze schützen und schonen

Wichtigste Elemente des Gartens sind und bleiben die Pflanzen. Erst durch sie wird aus dem Grundstück eine grüne Oase mit hoher Aufenthaltsqualität, in der sich Groß und Klein wohlfühlen. Gepflanzt wird, wenn die Bautätigkeiten abgeschlossen sind und der durch die schweren Maschinen verdichtete Boden aufgelockert ist. Doch nicht alle Gewächse müssen neu einziehen. Vor allem Bäume und größere Gehölze, die bereits auf dem Baugrund standen, können in die spätere Gestaltung integriert werden. Landschaftsgärtnerinnen und -gärtner sorgen dafür, dass sie während der Bauphase keinen Schaden nehmen und weiterhin ausreichend Platz für Wurzeln haben.

„Manchmal wachsen größere Bäume aber leider genau dort, wo das Haus platziert werden soll. Nicht immer darf hier – ersatzlos – gefällt werden. Ein Blick in die lokale Baumschutzsatzung der Stadt oder Gemeinde ist daher dringend zu empfehlen. Dies sollte im Gespräch mit der Landschaftsgärtnerin oder dem Landschaftsgärtner geklärt werden“, betont Dr. Henze vom BGL. „Sie kennen die rechtliche Lage und können Alternativen aufzeigen. Zum Beispiel ist es möglich, auch große, gesunde Bäume zu verpflanzen und sie an anderer Stelle im Garten eindrucksvoll weiterwachsen zu lassen.“

An den Geldbeutel denken

Garten planen Zeit
Foto: BGL. – Ein Garten muss nicht von jetzt auf gleich fertig sein. Einiges sollte jedoch kurzfristig realisiert werden, wie ein Sichtschutz rund um das Grundstück. Anderes, wie das Gartenhaus, kann dagegen meist noch etwas warten – den Platz dafür sollte man aber schon früh kennen und freihalten.

Ein Hausbau belastet das Portemonnaie und häufig bleibt nicht mehr ausreichend Geld für den Garten der Träume übrig. Hier rät Henze: „Ein Garten muss nicht von jetzt auf gleich fertig sein; manche Wünsche lassen sich auch gut in die Zukunft verlegen – andere dagegen sollten besser kurzfristig realisiert werden.“ Ein Sichtschutz rund um das Grundstück beispielsweise ist wesentlich für den Wohlfühlfaktor im eigenen Garten. Deshalb wird die Hecke am besten gleich im ersten Jahr gepflanzt. Gleiches gilt für eine Terrasse, für Wege und blühende Beete.

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Das Gartenhaus oder die Kräuterspirale dagegen müssen meist nicht sofort stehen und können etwas warten – den Platz dafür sollte man aber schon früh kennen und freihalten. Landschaftsgärtnerinnen und -gärtner beraten hier auch gern auf lange Sicht und erstellen zusammen mit den zukünftigen Hausbewohnerinnen und -bewohnern einen zeitlichen Plan, was am besten schon jetzt und was erst in ein paar Jahren realisiert werden kann. So wird aus dem Baugrund ein abwechslungsreicher Garten, der perfekt auf die Wünsche und Anforderungen der Besitzerinnen und Besitzer angepasst ist. Weitere Informationen auf www.mein-traumgarten.de.

Quelle: BGL

Über den Autor

Dagmar Dittfeld

Seit über 10 Jahren ist Dagmar Dittfeld als Online-Redakteurin für Gartentipps.net aktiv. Auf dem Land aufgewachsen, weiß sie die Vorzüge eines Selbstversorger-Gartens auch heute noch zu schätzen. Ihre ganz besondere Leidenschaft gilt der Gestaltung von Garten, Balkon und Terrasse.

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Seit über 10 Jahren ist Dagmar Dittfeld als Online-Redakteurin für Gartentipps.net aktiv. Auf dem Land aufgewachsen, weiß sie die Vorzüge eines Selbstversorger-Gartens auch heute noch zu schätzen. Ihre ganz besondere Leidenschaft gilt der Gestaltung von Garten, Balkon und Terrasse.