Was Sie schon immer über Lavendel wissen wollten

Lavendel Portrait
Ursprünglich an den felsigen Küstenregionen des Mittelmeerraums beheimatet, kommt Echter Lavnedel sowohl mit Hitze als auch mit Trockenheit sehr gut zurecht. |© Ruckszio / stock.adobe.com

In diesem umfangreichen Ratgeber erfahren Sie alles über den Echten Lavendel (Lavandula angustifolia), sowie den Unterschied zum Schopf-Lavendel.

Der aromatische Duft des Echten Lavendels (Lavandula angustifolia) gehört für viele zum Sommerfeeling einfach dazu. Aber nicht nur deshalb ist der Halbstrauch als Gartenpflanze so beliebt. Ursprünglich an den felsigen Küstenregionen des Mittelmeerraums beheimatet, kommt er sowohl mit Hitze als auch mit Trockenheit sehr gut zurecht. Ein deutlicher Pluspunkt in Zeiten, in denen viele Gartenpflanzen die immer heißer werdenden Sommer nur schlecht und mit viel Gießen überstehen.


Die Strategie des Lavendels: Um ausreichend Wasser zu finden, bildet Lavandula angustifolia neben einem gut ausgeprägten Wurzelgeflecht lange Pfahlwurzeln, die tief in die Erde reichen. Darüber hinaus verdunstet über die Oberfläche seines samtigen Laubs nur wenig Feuchtigkeit.

Zum Beginn der Pflanzzeit im Frühling beantworten wir einige Fragen rund um den attraktiven Halbstrauch.

Warum wird häufig von Englischem Lavendel gesprochen?

Ähnlich wie die Niederländer, die sehr früh die aus Asien stammenden Tulpen für sich entdeckten und kultivierten, entwickelten die Engländer bereits im 13. Jahrhundert ein Faible für Lavendel. Zunächst wurde er in Schlossgärten angebaut, um daraus für den Adel duftende Tees und Seifen herzustellen. Da die Pflanze gut mit den klimatischen Bedingungen zurechtkam, wurde sie schon bald auch ein wichtiger Bestandteil des typischen Cottage Garden. Insbesondere in der sonnenreichen Grafschaft Kent gedeiht der Lavendel bis heute prächtig. Hier befindet sich auch die berühmte Downderry Nursery, eine Gärtnerei, die als hervorragende Auszeichnung den Titel „National Plant Collection“ trägt.

Cottage Garden Lavendel
Englischer Lavendelk passt perfekt in den Cottage Garden | © beerphotographer / stock.adobe.com
Mehr als 350 verschiedene Lavendelarten und -sorten hat die Nursery in ihrem Sortiment. Neben den klassisch dunkelblauen Blüten gibt es heute auch Varianten in Hellblau, Violett, Rosa oder Weiß. Neben Lavendelminis, die nur etwa 40 Zentimeter groß werden, finden sich auch welche, die eine Höhe von 150 Zentimetern erreichen. Während die einen sich eher kissenbildend ausbreiten, entwickeln die anderen sich zu stattlichen Büschen. Eine Vielzahl dieser außergewöhnlichen Englischen Lavendel ist auch in Deutschland erhältlich. Seit Jahren arbeitet die Gärtnerei Helix mit Standorten in Baden-Württemberg und Sachsen beispielsweise eng mit der Downderry Nursery zusammen. Von dort beziehen sie ausgewählte Mutterpflanzen, vermehren sie vegetativ und vertreiben sie direkt über ihren Webshop: www.helix-pflanzen.de.

An welchen Standorten gedeiht Lavendel am besten?

Der mediterrane Halbstrauch fühlt sich an sehr sonnigen und vorzugsweise windgeschützten Plätzen wohl. In schattigen Bereichen bildet er dagegen kaum Blüten. Da Lavendel keine Staunässe mag, sollte bei sehr lehmigem, schwerem Erdreich etwas Kies oder Sand eingearbeitet werden. So kann überschüssiges Regenwasser besser und schneller ablaufen. Gedüngt werden muss Lavendel übrigens nicht. Für eine gesunde Entwicklung sollte man ihm eher hin und wieder etwas Gartenkalk gönnen.

Darf Lavendel ausschließlich im Frühjahr gepflanzt werden?

Grundsätzlich kann im Topf gezogener Lavendel vom Frühling bis in den Herbst hinein in den Gartenboden gesetzt werden. Eine Frühjahrspflanzung nach den sogenannten Eisheiligen gilt aber allgemein als idealer Zeitpunkt. Denn dann droht den jungen Pflänzchen kein Nachtfrost mehr und sie können sich bis zum nächsten Winter am neuen Standort etablieren und fest verwurzeln.

Ein weiterer Vorteil der Frühjahrspflanzung: Bereits im ersten Sommer können sich Gartenbesitzer an den schon bald erscheinenden Blütenähren erfreuen. Damit dieses Vergnügen möglichst ungetrübt bleibt, versendet Helix Pflanzen den Lavendel zu Beginn des Jahres nur von Mitte März bis Ende April. Denn danach treiben bereits Knospen, die sehr empfindlich sind und beim Transport Schaden nehmen könnten. Nach der Blütezeit der Pflanzen wird aber noch einmal ein Zeitfenster von Anfang September bis Mitte Oktober für Bestellungen angeboten.

Gibt es Lavendel auch für den Balkon und die Terrasse?

Lavendel Balkon
Foto: Helix. – Wer keinen Garten hat, muss auf sommerlichen Lavendelduft nicht verzichten. Auch in Kübeln und Töpfen entwickeln sich die Pflanzen in der Regel gut.
Wer keinen Garten hat, muss auf sommerlichen Lavendelduft nicht verzichten. Auch in Kübeln und Töpfen entwickeln sich die Pflanzen in der Regel gut. Hier bieten sich vor allem die kleinwüchsigen Exemplare an. Der weißblühende Lavendel ‘Arctic Snow‘ beispielsweise erreicht nur eine Höhe von 40 Zentimetern und ‘Peter Pan‘, der sich mit sich dunkellila Blüten schmückt, wird etwa 45 Zentimeter hoch. Hat man genügend Platz und kann entsprechend große Kübel aufstellen, gedeihen auch die imposanten Lavendel gut auf dem Balkon.

Wichtig: Lavendel sollte im Topf in nährstoffarme Kräutererde gesetzt und muss regelmäßig gewässert werden, denn dort steht ihm weniger Erdreich zur Verfügung und er kann nicht so tief wurzeln.

Was ist der Unterschied zwischen Echtem und Schopf-Lavendel?

Schopf-Lavendel
© Esin Deniz / stock.adobe.com
Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas) fällt durch seine großen, dekorativen Hochblätter an der Spitze des Blütenstandes auf. In der Natur wächst er in den Mittelmeerregionen eher in Küstennähe, während der Echte Lavendel in Gebirgen bis zu 1.600 Meter Höhe gedeiht. In unseren Breitengraden ist Schopf-Lavendel meist nicht winterhart. Damit er auch im nächsten Jahr wieder blüht, muss er deshalb die kalte Jahreszeit an einem frostfreien Ort verbringen – zum Beispiel in Kellerräumen oder in einem kühlen Treppenhaus.

Das in Deutschland angebotene Sortiment des Englischen Lavendels ist dagegen an das hiesige Klima angepasst und kann selbst bei Frost und Schnee im Garten bleiben. Lediglich Exemplare, die im Topf auf dem Balkon wachsen, brauchen manchmal ein wenig Winterschutz. In der Regel reicht eine Styropor- oder Holzunterlage aus, damit das Gefäß am Boden etwas isoliert ist.

Quelle: Helix

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