Zantedeschia vermehren – wie man Ableger der Calla erhält

Zantedeschia vermehren
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Die Zantedeschia oder oftmals auch Calla oder Kalla, ist eine beliebte Zimmerpflanze, die Sie bei Bedarf selbst vermehren können. Wir erklären, wie es geht.

Bei der Zantedeschia handelt es sich um eine aus Südafrika stammende Pflanze, die gerne in Sumpfgebieten auftritt und wächst. Hierzulande ist sie wegen ihrer eleganten Optik durch weiße Blütenkelche so beliebt, die im Kontrast zum satten Grün der spitzen Blätter stehen und auch gerne bei Blumensträußen verwendet werden. Doch so schön die Zimmerkalla auch ist und so gut sie sich den europäischen Gefilden anpasst, so anspruchsvoll ist sie auch bei der Pflege – ist dies allerdings auch bei der Vermehrung der Pflanze zu erwarten?


Zantedeschia vermehren – welche Möglichkeiten gibt es?

Bei der Zantedeschia handelt es sich um eine Pflanze mit Rhizom, also mit einer Knolle. Möchte man sie vermehren, funktioniert dies weder durch Stecklinge, noch durch die Wurzelteilung. Lediglich die Aussaat von Samen oder das Abteilen der Tochterrhizome kann dazu verwendet werden, die Zantedeschia zu vermehren und dadurch weitere Zimmerpflanzen dieser Art zu erhalten. Diese Arten der Vermehrung bringen Vor-, aber auch Nachteile mit sich. So ist das Abteilen der Tochterrhizome besonders praktisch, da man die Pflanze ohnehin einmal im Jahr umtopfen muss, um sie in frische Erde einzusetzen und deren Befall durch Keime zu verhindern. Dafür ist allerdings mit mehr Aufwand zu rechnen, als bei der Vermehrung von Pflanzen durch Stecklinge oder die Teilung der Wurzel.

Wie geht man bei der Teilung der Rhizome vor?

  • Zunächst einmal muss die Zantedeschia für das Vermehren durch die Rhizomteilung aus ihrem Topf herausgenommen werden. Dies geschieht im besten Fall während der Ruhephase des Gewächses, wenn ohnehin das Umtopfen und Einsetzen in frische Erde geschehen muss.
  • Bei dem Herausnehmen des Gewächses sollte möglichst vorsichtig vorgegangen werden, damit die Knolle nicht beschädigt wird – dann lassen sich meist auch schon erste Tochterrhizome entdecken, die wie angehängte Knollen aussehen und natürlich deutlich kleiner sind.
  • Diese kann man durch das leichte Auseinanderziehen von Mutter- und Tochterrhizom behutsam entfernen. Klappt dies nicht, kann ein scharfes Taschenmesser zur Hand genommen werden, um beide Rhizome an ihrer Verbindungsstelle auseinanderzuschneiden.
  • Übrigens: Wird das Rhizom der Zantedeschia beschädigt, kann helle Flüssigkeit austreten. Diese ist in gewissen Maßen giftig und sollte daher nicht mit der Schleimhaut des Menschen in Berührung kommen. Auf der Haut kann sie außerdem für Reizungen oder leicht allergische Reaktionen sorgen. Daher lohnt es sich bei diesem Arbeitsschritt, Gartenhandschuhe zu tragen und jede ausgetretene Flüssigkeit sofort abzuwaschen. Große Sorgen machen muss man sich wegen der Flüssigkeit allerdings nicht, da sie in der geringen Menge keinen Schaden zufügt.

  • Nun gilt es, das Tochterrhizom in einen eigenen Blumentopf einzupflanzen. Wichtig ist frische Pflanzerde, die keine mindere Qualität mitbringt. In diese wird das Rhizom einige Zentimeter tief in den Topf eingesetzt, dann leicht gegossen und in der nächsten Zeit feucht gehalten. Ein heller und warmer, aber nicht zu heißer und sonniger Platz verhilft dem jungen Rhizom zu einem guten Start als eigenständige Pflanze.
  • Sind erste Triebe aus der Erde gestoßen, kann man einen stark verdünnten Dünger hinzugeben. Blüht das junge Zimmerpflänzchen das erste Mal, muss nicht mehr gedüngt werden – weiterhin gilt es nun, nur noch mäßig zu gießen. Sobald die Blüte beendet ist, sind sowohl das Bewässern, als auch das Düngen einzustellen, damit die Pflanze eine Pause einlegen kann.
  • Erst nach einem weiteren Jahr im Haus, kann die junge Zantedeschia das erste Mal im Sommer nach draußen gebracht werden, um dort die angenehmen Temperaturen zu genießen – hierbei sollte nur ein windgeschützter Standort in Frage kommen.

Kann man die Zantedeschia durch Samen vermehren?

Hat man Samen der Zantedeschia ergattern können, lässt sich die Pflanze auch durch deren Aussaat vermehren und anpflanzen. Die kleinen unförmigen Samen werden ebenso wie die geernteten Rhizome in einen eigenen Blumentopf mit frischem Pflanzsubstrat eingesetzt, das bestenfalls sehr humushaltig ist und eine gute Qualität hat. Dann gilt es, die Samen feucht zu halten – wird die Erde wieder leicht trocken, ist nachzugießen. Zu nass sollte das Ganze aber nicht werden. Im Idealfall stülpt man Frischhaltefolie um den Topf, damit eine Art Treibhauseffekt entsteht und die Samen schneller keimen – denn sonst kann es sehr lange dauern, bis sich eine junge Zantedeschia entwickelt hat.

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Pflanzt man im späten Frühling oder frühen Sommer, können die Samen sich ruhig im Freien an einem lichtdurchfluteten, aber nicht zu heißen Ort entwickeln. Wichtig ist, dass man die Frischhaltefolie regelmäßig lüftet, damit sich keine Keime unter dieser bilden und die frischen Keimlinge befallen. Sind aus den Keimlingen junge Pflanzen entstanden, kann man diese ab und zu ganz leicht düngen und gleichzeitig das Gießen auf ein Minimum beschränken. Es wird nur noch gegossen, wenn die Erde nicht mehr feucht genug erscheint.

Nähert sich der Herbst, sollten die Jungpflanzen zum Überwintern ins Haus kommen und hier ebenfalls einen hellen Standort erhalten. Heiße Mittagssonne ist zu vermeiden. Beginnt die Blütezeit der jungen Pflänzchen, sollte das Düngen gestoppt werden – nach der Blütezeit ist auch das Bewässern einzustellen, damit die junge Pflanze ihre erste Ruhepause automatisch einlegt.

Lohnt sich das Vermehren der Zantedeschia?

Mag man seine Art der Zantedeschia als Zimmerpflanze und möchte man diese mehrfach halten, ohne dafür Geld zu bezahlen, lohnt sich das Vermehren über die Rhizome in jedem Fall. Der Mutterpflanze macht dies meist nichts aus, außerdem ist dieser Vorgang oft schneller abgeschlossen, als beim Vermehren durch die Samen, für das man weitaus mehr Geduld mitbringen muss. Möchte man aber mehr Farbenvielfalt erleben und dabei die elegante Blüte der Zantedeschia nutzen, ist es lohnenswerter, sich verschiedenfarbige Unterarten der beliebten Calla zu kaufen – denn diese werden zahlreich angeboten und treffen durch ihre Farbspektren jeden Geschmack.

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