Apfelgespinstmotte bekämpfen

Apfelgespinstmotte bekämpfen
Apfelgespinstmotte bekämpfen - © Andreas - Fotolia.com

Große Gespinste hängen an Ihrem Apfelbaum und überall krabbelt und kribbelt es. Ein Grund zur Panik oder gibt es eine simple Lösung zum bestehenden Problem?

Bei der Apfelgespinstmotte handelt es sich um einen weißen Falter mit schwarzen Punkten. Sie weist eine Flügelspannweite von bis zu 2 cm auf. Die Weibchen legen im Juli bis zu 150 Eier in die Nähe von Knospen und Rinden junger Triebe ab. Dann bedecken sie das Nest mit einer wasserdichten Schutzschicht, die schnell aushärtet und mit der Zeit eine braune Farbe annimmt. Zwei Wochen später schlüpfen die Raupen und überwintern in ihrem sicheren Nest unter dieser Schutzschicht.


Sobald es im Mai dauerhaft wärmer wird, kriechen die gelblichen Raupen aus ihrem Unterschlupf und fressen sich bis Juni zunächst einmal an den jungen Blättern satt. Sie häuten sich nun zum ersten Mal und beginnen dann damit, gemeinsam große Gespinste zu bauen. 200 bis 300 Tiere leben und fressen zusammen in einem Gespinst, bis sie sich allmählich in Kokons verpuppen. Die Falter schlüpfen einen Monat später wieder und beginnen sofort mit der Paarung. Schon bald legen die Weibchen wieder Eier ab und der Gespinstbau beginnt erneut. Der Kreislauf startet.

Befall mit Apfelgespinstmotten- das können Sie jetzt tun

Die schlechte Nachricht: sobald Sie die weißen Gespinste am Baum entdecken, ist es bereits zu spät, um den Befall im Ansatz zu stoppen. Die gute Nachricht: die Raupen fügen dem Baum nicht allzu großen Schaden zu. Sobald Sie sich Ende Juni verpuppen, kann der Baum, nachdem die Blätter einmal kahlgefressen wurden, immer noch austreiben. Um angemessen auf den Befall Ihres Baumes zu reagieren, empfehlen sich zwei Alternativen:

  1. Sie können die Gespinste entfernen, bevor die Falter schlüpfen und sie sich erneut fortpflanzen können. Hier macht es keinen Sinn, die Gespinste chemisch zu behandeln, da diese ihre Bewohner gut vor jeglichen Spritzmitteln schützen. Schneiden Sie die Gespinste besser im Ganzen ab oder spritzen Sie sie mit einem harten Wasserstrahl herunter. Besonders wichtig: Sie müssen die Raupen anschließend vernichten, sonst werden Sie den Baum wieder hochklettern. Sie können auch einen Leimring am Stamm anbringen, damit die Raupen nicht wieder auf den Baum zurückkriechen können.
  2. Sind die Falter bereits in der Schlüpf-Phase, können Sie klebrige Fallen mit Pheromonlockstoffen aufstellen. Die Weibchen bleiben dann daran kleben.
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Frühes Handeln zahlt sich aus – vorbeugende Maßnahmen

Am besten werden Sie erfahrungsgemäß dann tätig, wenn sich die Insekten noch im Raupen-Stadium befinden und noch nicht angefangen haben, ihre Nester zu spinnen. Hier verfügen Sie über die folgenden Optionen:

  • Auf großen Apfelbaum-Plantagen werden bei starkem Befall die natürlichen Feinde, die Erzwespenart Ageniaspis fuscicollis, ausgesetzt. Im heimischen Garten mit nur einem Apfelbaum ist diese Vorgehensweise jedoch in den meisten Fällen als „überzogen“ anzusehen.
  • Chemie schadet den Raupen. Allerdings töten Sie damit auch die Larven nützlicher Insekten. Informieren Sie sich vor dem Kauf genau, welches Mittel in Deutschland generell zugelassen ist und wie man es genau verwendet. Achten Sie auch darauf, welche Folgen sein Einsatz für das Obst und letztendlich für Ihre Gesundheit hat. Genaue Informationen erhalten Sie bei der Pflanzenschutzdatenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.
  • Schneiden Sie den Baum im Winter regelmäßig zurück. Untersuchen Sie vor allem die Kurztriebe und die dünnen Äste dabei nach braunen Stellen, denn genau dort liegen die Eier.

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