Gartengestaltung

Naturnaher Garten – so kann er aussehen!

Naturnaher Garten
© Christine Kuchem / stock.adobe.com

Es gibt viele Möglichkeiten einen naturnahen Garten zu gestalten. Vor allem sollte dabei an Insekten und Tiere gedacht werden.

Die Nachrichten ĂŒber den RĂŒckgang von Singvögeln und Populationen von Insekten, gepaart mit Hiobsbotschaften des Klimawandels lassen immer mehr Menschen ĂŒber ihre eigene Lebensweise nachdenken. Ein verĂ€ndertes Bewusstsein zum Umgang mit unseren Ressourcen klĂ€rt den Blick auf die Natur als schĂŒtzenswerte Lebensgrundlage. Das verĂ€ndert bei Vielen auch den Blick auf den eigenen Garten.

Insekten- und tierfreundlich

Vor allem Insekten, besonders Bienen und Hummeln, spielen bei der Gestaltung des eigenen GrundstĂŒcks mittlerweile eine wesentliche Rolle. Pflanzen, die die fleißigen BestĂ€uber anziehen, stehen hoch im Kurs: Bienenweiden, auch Bienentrachtpflanzen genannt, mit langer BlĂŒtezeit und hohem Gehalt an Nektar und Pollen, werden immer hĂ€ufiger in die Beete integriert.


Auch GewĂ€chse, die anderen Insekten wie MarienkĂ€fern oder OhrwĂŒrmern einen Platz zum Leben bieten, spielen eine grĂ¶ĂŸere Rolle. Galten vor allem letztere bisher eher als „eklige Kneifer”, rĂŒckt nun ihre positive Eigenschaft als natĂŒrliche Blattlausvertilger in den Vordergrund.

Ebenso sollen sich nun mehr Igel, Vögel und Eichhörnchen im Garten wohlfĂŒhlen und das lĂ€ngst nicht mehr nur bei Familien mit kleinen Kindern. „Der Trend geht bei vielen unserer Kunden in Richtung insektenfreundlicher, naturnaher Gestaltung”, erlebt Gerald Jungjohann vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) e.V. „Auch die Nachfrage nach ressourcenschonenden Elementen, wie zum Beispiel einer automatischen BewĂ€sserung, die aus unterirdischen Regenwassertanks gespeist wird, steigt deutlich.”

Wie lÀsst sich ein naturnaher Garten realisieren?

Naturnaher Garten Teich
Foto: BGL. – Ein Teich mit Wasserpflanzen und GrĂ€sern im Uferbereich lockt nicht nur Libellen und Vögel, sondern auch Frösche an. Natursteine bieten der Tier- und Insektenwelt sichere Stellen zum Trinken sowie den Ein- und Ausstieg.
Eine große Artenvielfalt und ein VerstĂ€ndnis fĂŒr natĂŒrliche KreislĂ€ufe sind wichtige Voraussetzungen dafĂŒr, dass der naturnahe Garten seinen Besitzern – und auch der Tierwelt – Freude macht. Ein Teich mit Wasserpflanzen und GrĂ€sern im Uferbereich lockt nicht nur Libellen und Vögel, sondern auch Frösche an. Eine Hecke aus VogelnĂ€hrgehölzen wird fĂŒr die Tiere zum wichtigen Unterschlupf und Nistplatz. Eine Wildblumenwiese und ein Staudenbeet mit GrĂ€sern haben ganzjĂ€hrig Futter im Angebot.

Steinmauer bepflanzen
Foto: BGL. – In den offenen Wandfugen von Trockenmauern aus Naturstein finden Eidechsen und KĂ€fer Lebensraum und Zuflucht zur Überwinterung.
„Was in einem naturnahen Garten auf keinen Fall fehlen sollte, ist eine Trockenmauer aus Natursteinen. Denn in ihren offenen Wandfugen finden Eidechsen und KĂ€fer Lebensraum und Zuflucht zur Überwinterung”, erklĂ€rt Gerald Jungjohann vom BGL. „Besonders lebendig und auch schön wird es, wenn die ZwischenrĂ€ume mit robusten GewĂ€chsen bepflanzt werden, die sich in dem kargen Umfeld wohlfĂŒhlen.”

Unsere Buchempfehlungen fĂŒr den naturnahen Garten:

Kleine, intakte Biotope

Ist der naturnahe Garten einmal angelegt, dann reguliert er sich weitgehend selbst. So ist er ein lebendiges und attraktives Statement und das Gegenteil einer intensiven monokulturellen Landwirtschaft. „Naturnahe GĂ€rten sind kleine, intakte Biotope!”, weiß Jungjohann aus Erfahrung.

Zu viel Ordnung sollte man in solchen Arealen aber nicht erwarten, schließlich sind es gerade die unaufgerĂ€umten Orte wie ein Reisighaufen, der Kompost, Herbstlaub oder das Totholz vom alten Apfelbaum, die den Gartentieren eine Heimat geben. „Das trifft natĂŒrlich nicht jeden Geschmack”, weiß Gerald Jungjohann. „Dann raten wir, sich auf bestimmte Bereiche zu beschrĂ€nken und dort möglichst naturnah und vielfĂ€ltig zu gestalten. Auch auf die geliebten, gefĂŒllten Rosen oder Dahlien mĂŒssen Gartenbesitzer nicht verzichten. Ein guter Mix aus insektenfreundlichen Pflanzen und schmĂŒckenden GewĂ€chsen, die einfach schön fĂŒrs Auge sind, bietet immer noch Mehrwert fĂŒr die Tierwelt. Eins ist jedoch wesentlich: Vielfalt ist im naturnahen Garten Trumpf.”

Weitere Informationen auf www.mein-traumgarten.de.

Quelle: BGL

Über den Autor

Dagmar Dittfeld

Seit ĂŒber 10 Jahren ist Dagmar Dittfeld als Online-Redakteurin fĂŒr Gartentipps.net aktiv. Auf dem Land aufgewachsen, weiß sie die VorzĂŒge eines Selbstversorger-Gartens auch heute noch zu schĂ€tzen. Ihre ganz besondere Leidenschaft gilt der Gestaltung von Garten, Balkon und Terrasse.

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Seit ĂŒber 10 Jahren ist Dagmar Dittfeld als Online-Redakteurin fĂŒr Gartentipps.net aktiv. Auf dem Land aufgewachsen, weiß sie die VorzĂŒge eines Selbstversorger-Gartens auch heute noch zu schĂ€tzen. Ihre ganz besondere Leidenschaft gilt der Gestaltung von Garten, Balkon und Terrasse.