Schneiden, binden, mulchen – Jetzt noch raus und den Garten winterfit machen

Garten winterfit machen
Garten winterfit machen - © animaflora - Fotolia.com

Das mit dem Ende des Sommers keineswegs auch die Gartensaison endet, wissen professionelle Gärtner genau. In den Baumschulen ist der Herbst sogar die arbeitsintensivste Zeit im Jahr. Eine wichtige Aufgabe ist der Schnitt von Bäumen und Sträuchern. Auch im eigenen Garten lohnt es sich, jetzt zur Gartenschere zu greifen, damit Zierpflanzen in Form bleiben. Jetzt, wo das Astwerk nicht von den Blättern verdeckt ist, sieht man bei laubabwerfenden Gehölzen am besten, welche Triebe gekürzt werden sollten, damit ein schöner gleichmäßiger Wuchs entsteht.

Heckenschnitt im Herbst

Das dichte Grün von Hecken ist ein beliebter Nistplatz für Vögel, weshalb das Naturschutzgesetz größere Schnittarbeiten von März bis September verbietet. Rat erhält man hierzu bei einer ortsansässigen Baumschule. Es den Profis nachzumachen und die Hecken erst im Herbst zu schneiden, ist in jedem Fall schonend für die heimische Tierwelt und auch für die Pflanzen gut verträglich. Bei Rosen hingegen sollte man mit dem Schnitt bis zum Frühjahr warten. Werden sie schon vor dem Winter tief eingekürzt, besteht die Gefahr, dass die Sträucher bei anhaltenden Minustemperaturen bis zum Boden einfrieren und so im nächsten Jahr nicht mehr austreiben. Ungeschnitten überstehen Rosen die kalte Jahreszeit problemlos.


Auch bei Gehölzen, die im Frühjahr blühen, – zum Beispiel Schneeball (Viburnum), Winterjasmin (Jasminum nudiflorum) oder Forsythie (Forsythia × intermedia) – verbietet sich der Herbstschnitt. Denn sonst würden die schon gebildeten Knospen entfernt und die Frühlingsblüte fiele aus. Welche Gehölze wann und wie geschnitten werden, erfährt man am besten bei den Profis für Bäume und Sträucher. Ortsansässige Baumschulen bieten oft Schnittkurse für den gerechten Umgang mit der Schere an oder beraten individuell.

Jetzt den Frühling pflanzen

Es ist noch nicht zu spät, den Garten mit Stauden und Gehölzen aufzufrischen. Im Gegenteil: Das feucht-kühle Herbstklima ist sogar ideal zum Pflanzen. Sind die Wurzeln gut bewässert, können sie bis zum nächsten Frühjahr in Ruhe anwachsen. Baumschulen haben im Herbst die größte Auswahl an wurzelnackten Gehölzen und Containerpflanzen. Ob Zier- oder Obstpflanze, Staude oder Gras – wer jetzt pflanzt, sorgt damit für die nächste Gartensaison vor. Auch Blumenzwiebeln kommen im Herbst in die Erde. Tulpen, Narzissen, Krokusse, Hyazinthen – die Frühlingsblüher wollen den Winter im Boden verbringen, denn sie brauchen die tiefen Temperaturen als Anreiz, um auszutreiben und Blüten zu bilden. Beratung und ein großes Sortiment bietet die Baumschule vor Ort – zu finden mit der Postleitzahlensuche auf der Seite www.gruen-ist-leben.de.

Stauden einfach stehen lassen

Vertrocknete Blätter, Blüten und Samenstände von Stauden können einfach stehen gelassen und erst im zeitigen Frühjahr zurückgeschnitten werden. Bis dahin sind sie ein willkommener Lebensraum für Insekten und Vögel und verleihen dem Garten optisch Fülle. Besonders wenn sie von Reif, Frost oder Schnee bedeckt sind, entwickeln die Überreste der Sommerzierde ihren ganz eigenen, winterlichen Reiz. Bambus (Bambusoideae) oder Pampasgras (Cortaderia selloana) – hohe Gräser profitieren davon, wenn man ihre langen Halme im Herbst wie einen Pferdeschwanz zusammenbindet. So kann ihnen der Wind nichts anhaben und der Regen fließt außen ab, so dass der innere Wurzelbereich vor zu großer Nässe geschützt ist.

Nützliches Herbstlaub

Die von Bäumen und Sträuchern herabgefallenen Blätter lassen sich je nach Menge zumindest teilweise im Garten wiederverwenden. Wenn man eine dünne Schicht zwischen Stauden und Gehölzen verteilt, entsteht isolierender Mulch, der die Pflanzen vor der Wintersonne und damit vor zu starken Temperaturschwankungen schützt. Alternativ lässt sich das Laub auch zum Kompostieren verwenden. Wichtig ist jedoch, es auf Rasenflächen zu entfernen, da es den Gräsern das Licht nimmt und sich so Moose und andere Unkräuter ausbreiten können. Sind die letzten Handgriffe im Garten getan, ist es Zeit, das Werkzeug zu säubern und für den Winter an einem geschützten Ort aufzubewahren. Auch der Rasenmäher kann schon jetzt in die Inspektion, damit er einsatzbereit ist, wenn im Frühling die Wuchskraft der Natur erwacht.

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