Kleinblütige Bergminze – Standort, pflanzen und schneiden

Bergminze
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Auch wenn es der Name anders vermuten lässt, gehört die Bergminze nicht zur als Mentha bekannten Gattung der Minzen. Tatsächlich stellen Bergminzen alias Calamintha eine eigenständige Pflanzengattung dar. Das macht die Pflanze aber nicht weniger interessant für den Kräutergarten. Denn auch Bergminze hat als Gartenkraut einige interessante Eigenschaften. Zudem eignet sie sich wunderbar für einige ganz spezielle Gartenkonzepte.

Unter den Bergminzen besonders beliebt ist die sogenannte Kleinblütige Bergminze (Calamintha nepeta). Auch als Steinquendel oder Kölme bekannt, zaubert sie mit ihren weißen bis hell bläulich-violetten Lippenblüten ganz besondere Akzente in den Garten. Ähnlich wie echte Minze wächst sie dabei in buschigen Horsten. Allerdings sind ihre Triebe deutlich üppiger mit Blüten besetzt, die namensgemäß etwas kleiner ausfallen als bei anderen Minzen. Dadurch werden ihre Horste zu malerischen, zarten Blütenwölkchen im Gartenbeet. Auch was die Kräuterwirkung von Calamintha nepeta angeht, braucht sich die „kleine Schwester“ der Minze nicht hinter ihrem berühmten Verwandten zu verstecken.


Bergminze als Heil- und Duftkraut

Ganz wie ihr großes Vorbild Minze gehört auch Bergminze zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Diese ist für ihre zahlreichen heilpflanzlich genutzten Vertreter bekannt, wobei neben Minze und Bergminze auch solch namhafte Kräutergrößen wie Basilikum, Brennnessel, Gamander, Lavendel, und Salbei zur Pflanzenfamilie gehören. Viele davon sind für ihre stimmungsaufhellende, anregende und beruhigende Wirkung bekannt. Und auch Bergminze hat ähnliche Qualitäten.

Bergminze in der Medizin

Bergminze
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So lässt sich aus den Blättern von Calamintha nepeta beispielsweise ein stimmungsaufhellendes und vitalisierendes Tonikum herstellen. Auch soll Kleinblütige Bergminze nachweislich die Verdauung und Gebärmuttertätigkeit anregen. Nervenverspannungen lassen sich durch Bergminze beruhigen.

In der Volksheilkunde wurde Steinquendel immer wieder genutzt, um Körpersäfte auszutreiben. Bergminze gilt also auch als sekretfördernd und schleimlösend. Dienlich ist hierbei ein Inhaltsstoff, der schon Pfefferminze und Co. ihre überragende Heilwirkung bei verschleimten Atemwegen verleiht: Menthol. Als Hauptbestandteil des ätherischen Öls im Steinquendel ist das Monoterpen nicht nur für das unverkennbare Aroma der Minzen und Bergminzen verantwortlich. Daneben wird Menthol auch als wichtiger Inhaltsstoff für zahlreiche Schleimlöser aus der Apotheke genutzt. Ein Tee aus Blättern und Blüten der Bergminze zubereitet, ist bei Erkältung deshalb sehr zu empfehlen.

» Tipp: Das unverkennbare Minzaroma der Bergminze macht die Pflanze als Gewürzkraut auch zu einer hervorragenden Zutat für erfrischende Süßspeisen und Kaltgetränke. Als Duftpflanze verströmt Calamintha nepeta außerdem auch im Garten einen angenehmen Wohlgeruch, der nicht nur Gärtner erfreut, sondern auch zahlreiche Nützlinge anlockt.

Bergminze im Garten

Bergminze Standort
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Wie der Name schon sagt, ist die Bergminze maßgeblich in Gebirgsregionen zu finden. Insbesondere Kalkfels und Geröll bevölkert sie unwahrscheinlich gerne. Doch auch in trockenen Gebirgswäldern ist sie immer wieder anzutreffen. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet reicht dabei von Europa und Nordafrika bis nach Westasien.

Bei uns ist die schöne Bergminze aber leider recht selten geworden, weshalb eine Gartenkultur durchaus zum Arterhalt beitragen kann. Besonders schön zur Geltung kommt Calamintha nepeta dabei in Gruppenpflanzungen zu je 3 bis 5 Stück.

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Trotz ihrer ähnlichen Heilwirkung ist die Bezeichnung der Bergminze als kleine Schwester der Minze doch gerechtfertigt. Denn sie wächst mit gerade einmal 30 bis 40 cm deutlich kleiner als echte Minze, die bis zu 1 m hoch werden kann. Ihr vergleichsweise niedriger Wuchs macht Calamintha nepeta zur optimalen Beeteinfassung für kurz gehaltene Rabatten und Staudenbeete. Mit Blick auf ihren natürlichen Lebensraum bietet sie sich außerdem für Gartenkonzepte wie den

an. Hier verschönert Calamintha nepeta sowohl Trockenmauern, als auch Gehölzränder, Geröllbeete und Freiflächen. Im Duftgarten, Blumengarten, Staudengarten oder Topfgarten kann man sie ähnlich gut ansiedeln. Interessante Begleitgewächse sind dabei einerseits andere Gebirgspflanzen wie Bergrosen, Bergsalbei, Igelpolster, Schleierkraut oder Silber-Raugras. Gerade mit letzterem geht Bergminze auch in freier Natur gerne größere Gesellschaften ein und ist hier eine Charakterart der sogenannten Rauhgrasflur.

Bergminze – Standort und pflanzen

Bergminze pflanzen
Bergminze in freier Natur (Kanaren) | © etfoto / stock.adobe.com
Bergminze liebt kalkhaltige Böden und fühlt sich außerdem auf steinigem bis kiesigem Untergrund am wohlsten. Achten sie darauf, dass der Boden gut durchlässig und relativ nährstoff- bzw. humusarm ist. Der optimale pH-Wert des Bodens liegt mit 6 bis 7,5 im schwach sauren bis neutralen Bereich.

Calamintha nepeta ist bis -23 °C winterhart. Sie kann also problemlos mehrjährig im Garten stehen. Stellen Sie jedoch sicher, dass der Standort auch im Winter sonnig genug ist und durch außreichende Bodendruchlässigkeit möglichst trocken bleibt. Im Zweifelsfall kann im Winter eine Schutzschicht aus Reisig eisiges Schmelzwasser abwenden.

» Wichtig: Bergminze ist relativ standorttreu und kann am richtigen Standort bis zu 20 Jahre alt werden. Die Staude sollte daher nach dem Pflanzen nicht mehr umgesetzt werden. Denken Sie also daran, gleich zu beginn einen dauerhaften Standort mit idealen Standortbedingungen auszuwählen. Eine Pflanzung im Topf ist nur bedingt zu empfehlen, da hier meist Maßnahmen zum Umtopfen notwendig sind (z.B. zum Bodenaustausch), die von Calamintha nepeta nicht besonders gut vertragen werden.

Bergminze – Pflanzanleitung Schritt für Schritt

  1. Bergminze kann von März bis Oktober durchgehend gepflanzt werden. Empfehlenswert ist aber ein Pflanzdatum nach den letzten Spätfrösten im Mai und vor den ersten Frösten im Herbst.
  2. Calamintha nepeta gehört zu jenen Pflanzen, die man vor dem Einsetzen ins Beet gut wässern sollte. Die Pflanze wächst danach schneller im Boden an und stört sich nicht am Verzicht auf weitere Bewässerung. Stellen Sie den Wurzelballen daher vorab in einen Eimer voll Wasser und warten Sie ab, bis sich dieser gut mit Wasser vollgesogen hat. Währenddessen können Sie die Bodenvorbereitung im Freiland vornehmen.
  3. Der Standortboden für Bergminze sollte zunächst gut aufgelockert und von Bodenhindernissen, wie größeren Steinen oder Wurzelresten, befreit werden. Anschließend optimieren Sie das Substrat mit Kies und etwas Kalkpulver. Eine Bodendrainage garantiert zusätzlich einen guten Wasserablauf.
  4. Heben Sie ein Pflanzloch aus, das mindestens 1 1/2 mal so groß wie der Wurzelballen der Bergminze ist. Die Pflanze erreicht eine Wuchsbreite von ca. 30 bis 50 cm. Der Pflanzabstand ist dementsprechend mit mindestens 35 cm zu wählen. Nachdem Sie den vollgesogenen Wurzelballen eingesetzt haben, wird das Pflanzloch mit Aushub aufgefüllt und die Erde leicht angedrückt. Eine Erstbewässerung ist bei guter Vorwässerung nicht nötig.

Bergminze gießen und düngen

Wie erwähnt, steht Bergminze lieber zu trocken als zu feucht. Mit Gießgängen sollte man daher sehr maßvoll vorgehen. Im Grunde genügt es, die Pflanze nur in anhaltenden Trockenphasen mäßig zu gießen. Ein gutes Anzeichen für notwendige Gießgänge sind hängende Triebköpfchen.

Auch düngen ist mit Blick auf den geringen Nährstoffbedarf von Calamintha nepeta nur selten nötig. Eine Handvoll Kompost oder Hornspäne, die im Frühling im Wurzelbereich verteilt werden, reicht völlig aus.

Bergminze schneiden und vermehren

Geschnitten werden muss Bergminze nicht besonders oft. Ein bodennaher Rückschnitt vor dem Winter ist nicht zu empfehlen, da das welke Laub als leichter Winterschutz vor Staunässe schützen kann. Stattdessen ist es sinnvoll, die Horste direkt nach der Blüte nur um zwei Drittel einzukürzen. Das verhindert ein Verkahlen der Staude von innen heraus und kann außerdem eine Zweitblüte anregen. Zudem lässt sich durch das Entfernen welker Blütenstände auch eine unkontrollierte Selbstaussaat des Steinquendels vermeiden.

» Tipp: Wer zusätzlich die heilsamen und aromatischen Blätter der Calamintha nepeta ernten will, sollte dies vor der Blüte tun. Die Blätter sind hier noch besonders reich an wertvollen Inhaltsstoffen. In der Blütezeit konzentriert sich die Pflanze dagegen auf die Ausbildung der Blüten, wodurch der Wirkstoffgehalt in den Blättern abnimmt.

Bergminze vermehren durch Wurzelteilung

Weil Bergminze äußerst standorttreu ist, sollte man sie zur Vermehrung nicht ausgraben. Eine Wurzelteilung ist an Calamintha nepeta damit nicht empfehlenswert. Allenfalls zur Verjüngung und gegen die Verkahlung der Pflanze kann man die Teilung des Wurzelstocks ausnahmsweise vornehmen.

Bergminze vermehren durch Ausläufer

Besser geeignet als eine Wurzelteilung ist zur Vermehrung der Bergminze die Entnahme von Ausläufern. Wie bei der echten Minze entwickeln sich diese recht zahlreich im Wurzelbereich der Pflanze. Trennen Sie die Ausläufer einfach mit einem scharfen Messer ab und verpflanzen Sie sie direkt neu.

Bergminze vermehren durch Aussaat

Nach der Blüte bildet Steinquendel relativ unscheinbare Nussfrüchte aus. Sie können bei Bedarf ebenfalls zur Vermehrung genutzt werden. Die Aussaat erfolgt ab April, sobald das Thermometer konstant über 20 °C klettert. Nehmen Sie für die Vorkultur kleine Töpfe und füllen Sie diese mit Anzuchterde. Wenn Sie das Anzuchtsubstrat gleichmäßig feucht halten, sollte die Keimung innerhalb von 7 bis 14 Tagen erfolgen. Ab Mai kann man die jungen Keimlinge dann ins Freiland vereinzeln.

Bergminze überwintern

Calamintha nepeta lässt sich der Winterhärtezone 6 zuordnen und ist damit äußerst frostresistent. Das muss sie bei bevorzugten Standorten im Gebirge auch sein. Allerdings können ihr gerade im ersten Standjahr Eisregen und Schmelzwasser arg zusetzen. Es ist darum sinnvoll, die Pflanze zumindest im ersten Jahr mit etwas Laub oder Reisig abzudecken.

Bergminze – beliebte Sorten für den Garten

Bergminze
Bergminze ist sehr bienenfreunlich | © fmb / stock.adobe.com
Es gibt ein paar schöne Sorten der Calamintha nepeta, die sich maßgeblich in ihrer Blütenfärbung sowie ihrer Wuchshöhe unterscheiden. Drei besonders beliebte Sorten sind:

  1. Bergminze ‚Triumphator‘ – kräftig hellviolette bis blaue Blüten; besonders kräftiges Minzaroma; Wuchshöhe ca. 35 cm
  2. Bergminze ‚Blue Cloud‘ – dunkle, blauviolette Blüten mit leichtem, rosafarbenem Ton, Wuchshöhe ca. 40 cm
  3. Bergminze ‚White Cloud‘ – reinweiße Blüten; Wuchshöhe ca. 30 cm

Bergminze – Krankheiten und Schädlinge

Es sind an der Bergminze keine besonderen Schadbilder bekannt. Lediglich Pflegefehler, wie das Übergießen der Pflanze, können zu Wurzelfäule führen. Stellen Sie daher sicher, dass Staunässe am Standort der Calamintha nepeta nicht zum Problem wird. Steht die Pflanze zu schattig, kann es außerdem zum Auftreten von Mehltau kommen. Abermals sei hier auf eine passende Standortwahl für die Bergminze hingewiesen, durch die sich ein Großteil aller Kulturfehler vermeiden lässt.

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